Verkehr: Navigationssysteme leiten rechtswidrig durch Fahrradstraßen

In einem Test von Algorithmwatch wurden von Google Maps und Tomtom-Navigationsgeräten rechtswidrig Auto-Routen durch Fahrradstraßen empfohlen.

Artikel veröffentlicht am ,
Solche Straßen dürfen eigentlich mit dem Auto nicht zur Durchfahrt genutzt werden, doch die Realität sieht oft anders aus.
Solche Straßen dürfen eigentlich mit dem Auto nicht zur Durchfahrt genutzt werden, doch die Realität sieht oft anders aus. (Bild: Berlinschneid, Wikimedia Commons/CC-BY-SA 3.0)

Fahrradstraßen sollten eigentlich primär dem Radverkehr vorbehalten sein. Doch Menschen, die mit dem Rad unterwegs sind, machen oft andere Erfahrungen: Viele Fahrradstraßen sind voll mit Autos und man fühlt sich dort alles andere als sicher. Oft sind Fahrradstraßen mit einem Anlieger-frei-Schild versehen, womit klar ist, dass man mit dem Auto dort zwar hineinfahren darf, wenn das Ziel in der Straße liegt, aber nicht zur reinen Durchfahrt genutzt werden dürfen.

Die Organisation Algorithmwatch hat die Navigationsfunktionen von Google Maps und Tomtom untersucht und festgestellt, dass diese beim Routing Autos trotzdem durch solche Fahrradstraßen schicken. Die Navigationssysteme verleiten also dazu, rechtswidrig durch die Fahrradstraßen zu fahren. Auf Anfrage teilten die Unternehmen mit, dass es sich um Fehler in ihren Datensätzen handle, die korrigiert würden. Das könne jedoch einige Monate dauern.

Korrektur der Daten kann dauern

Im Test von Golem.de gelang es uns bei den von Algorithmwatch genannten Fahrradstraßen in Berlin nicht mehr, mit Google Maps eine Auto-Route durch die genannten Fahrradstraßen zu erzeugen. Bei Tomtom konnten wir das Problem weiterhin nachvollziehen. Eine Route durch die Linienstraße, die bereits seit 2008 offiziell eine Fahrradstraße ist, ließ sich etwa problemlos erstellen.

Algorithmwatch kritisiert auch die Berliner Behörden, die Daten über Fahrradstraßen nur unzureichend bereitstellen. Eine Karte der landeseigenen Firma Infravelo ist unvollständig, eine Karte in einem offiziellen Datenportal von Berlin wurde sogar seit 2011 nicht mehr aktualisiert.

2017 kamen Mitglieder einer Fahrradinitiative bei einer Zählung in der Prinzregentenstraße zu dem Schluss, dass 97 Prozent die Straße rechtswidrig durchfuhren. Offizielle Zahlen gibt es dazu offenbar nicht. Algorithmwatch hat dazu bei der Berliner Polizei nachgefragt, die erklärte, keine Daten darüber zu erheben.

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Peter V. 03. Mär 2021

Man sollte einfach den ideologischen Unsinn dieser Fahrradstraßen rückgängig machen. Das...

der_wahre_hannes 03. Mär 2021

Ha! Selten so gelacht. Nein, reicht es nicht. Da wird durch Baustellen gefahren, weil...

CptHammer 03. Mär 2021

Haha ja genau wie diese Fahrbahnmarkierungen die anzeigen sollen welche Spur in welche...

Bastinator 03. Mär 2021

"Wenn mein Anliegen ist, durch die Straße zu fahren, dann kann ich durchfahren" :D musste...



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