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Singapur (Symbolbild): Megacities sind Vorreiter, weil der Leidensdruck am größten ist.
Singapur (Symbolbild): Megacities sind Vorreiter, weil der Leidensdruck am größten ist. (Bild: Mohd Fyrol/AFP/Getty Images)

Verkehr der Zukunft: Autohersteller müssen Mobilitätsdienstleister werden

Singapur (Symbolbild): Megacities sind Vorreiter, weil der Leidensdruck am größten ist.
Singapur (Symbolbild): Megacities sind Vorreiter, weil der Leidensdruck am größten ist. (Bild: Mohd Fyrol/AFP/Getty Images)

Mieten statt kaufen: Der Trendforscher Sven Gábor Jánszky glaubt, dass wir in Zukunft Autos nicht mehr kaufen, sondern bei Bedarf leihen. Das Geschäft mit den Autos werde sich grundlegend ändern - und die Autohersteller sind darauf nicht eingestellt. Ganz andere Akteure könnten die Branche künftig dominieren.
Von Sebastian Schaal

Sven Gábor Jánszky ist ein deutscher Trendforscher, Managementtrainer und Geschäftsführer des Thinktanks 2b Ahead. Zudem lehrt er im Masterstudiengang "Leadership studies" an der Karlshochschule International University in Karlsruhe.

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Wirtschaftswoche: Viele Megacities wie Tokio, New York oder Rio stehen bereits heute kurz vor dem Verkehrsinfarkt. Wie kommen wir im Jahr 2025 zur Arbeit - immer noch in überfüllten Regionalzügen und den täglichen Staus?

Sven Gábor Jánszky: Fahren wir denn in Zukunft überhaupt noch in diesem Maße zur Arbeit in die Innenstädte? Wir Trendforscher glauben prognostizieren zu können, dass viele Menschen eben nicht mehr in die Innenstädte fahren werden, sondern in den Randgebieten und Speckgürteln bleiben und sich dort stunden- oder tageweise Büros mieten, um dort zu arbeiten. Das entzerrt natürlich den Stadtverkehr enorm.

Bei den Mobilitätssystemen geht der Trend ganz klar in Richtung vernetzter, abgestimmter und gesteuerter Verkehrsströme. Das heißt, dass Menschen sich nach wie vor bewegen und fahren, aber das Lenkrad nicht mehr selbst in der Hand haben. Die Gefährte bewegen sich aufeinander abgestimmt und werden so die Staus im Berufsverkehr vermindern. Die Höchstgeschwindigkeit wird sinken, die Durchschnittsgeschwindigkeit aber steigen - und man kommt so auch in Megacities ganz gut voran.

Wirtschaftswoche: Das klingt ziemlich optimistisch. Wie sieht es denn im Jahr 2050 aus?

Jánszky: In Megacities wird sich viel ändern. Stellen Sie sich vor, die Googles dieser Welt stellen eine nennenswerte Flotte an ihren selbstfahrenden Kugeln, wie sie bereits heute gezeigt werden, in eine Stadt. Dann können Sie einfach per Handy eines dieser Autos ordern. Es fährt vor, Sie geben per Handy oder Spracherkennung die Adresse ein und los geht's.

Wirtschaftswoche: Also eine Art Carsharing?

Jánszky: Ich glaube, dass Google diese Autos nicht verkaufen will, das ergibt keinen Sinn. Das Angebot hat aber das Potenzial, Taxen, Busse und Bahnen in Megacities zu ersetzen.

Wirtschaftswoche: Nur in Megacities?

Jánszky: Dort wird es anfangen, weil der Leidensdruck am größten ist. In kleineren Städten - wir reden hier von Berlin und kleiner - wird man zunächst weniger spüren. In den Mega-Metropolen ist es auch möglich, dass zum Beispiel eigene Trassen für E-Bikes errichtet werden - etwa als Brücke über der Straße. Das lohnt sich aber nur im ganz großen Maßstab.

Wirtschaftswoche: Wird sich der demografische Wandel in unserem Mobilitätsverhalten niederschlagen? Steigen ältere Menschen irgendwann in die öffentlichen Verkehrsmittel um oder bleiben sie dank selbstfahrender Autos mobil?

Jánszky: Es gibt in diesem Fall kein Schwarz und Weiß, aber ich halte das selbstfahrende Auto für den stärkeren Trend - auch wegen der Demografie. Ein selbstfahrendes Auto kann auch Menschen, die wegen ihres Alters kein Lenkrad mehr in die Hand nehmen sollten, sicher ans Ziel bringen. Ähnliches gilt in der demografischen Frage auch für das gerade genannte E-Bike: Menschen, die aufgrund ihrer körperlichen Konstitution kaum noch Fahrrad fahren können, fliegen plötzlich die Berge hoch. Das sind starke Treiber für die Vernetzung und die Elektromobilisierung.

Wirtschaftswoche: In Ihrem Buch 2025 - So arbeiten wir in der Zukunft haben Sie sich mit dem Arbeitsmarkt auseinandergesetzt. Können Sie das Szenario kurz umreißen?

Jánszky: Im deutschsprachigen Raum führt die demografische Entwicklung in eine Situation, in der wir in den kommenden zehn Jahren rund 6,5 Millionen Menschen weniger im Arbeitsmarkt haben werden als heute. Der Grund ist einfach: Die Babyboomer gehen in Rente, die geburtenschwachen Jahrgänge kommen von unten nach. Das ist reine Statistik, dazu braucht man keinen Trendforscher.

Wirtschaftswoche: Wozu führt das?

Jánszky: 40 Prozent aller Berufstätigen werden sogenannte Projektarbeiter sein. Sie sind keine Freiberufler, sondern fest bei Unternehmen angestellt - allerdings nicht auf Lebenszeit, sondern für die Dauer eines Projekts. Das können ein, zwei aber auch drei Jahre sein. Danach wechseln Sie zum nächsten Projekt - wahrscheinlich zu einem anderen Arbeitgeber.

Autohersteller brauchen neue Strategien 

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denger 07. Jan 2015

Gut möglich, dass es auch am Marketing liegt aber ich bin hier kein Spezialist. Deine...

luzipha 06. Jan 2015

Wie es sich anhand des Beispiels Köln/Düsseldorf wunderbar belegen lässt. ;)

Grundeinkommens... 05. Jan 2015

Zwei angesehene Ökonomen des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, eine der...

Lemo 05. Jan 2015

Das ist richtig, da liegen wir neu ab ca. 19.000¤. Im Endeffekt muss ja jeder selbst...

MarioWario 04. Jan 2015

Stimmt, mit dem Fahrrad und zu Fuß ist man die ersten drei Kilometer immer schneller und...



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