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Verkehr: ADAC warnt vor Folgen des Hamburger Zukunftsentscheids

Der ADAC kritisiert Hamburgs Pläne für ein Verbrenner-Aus und Tempo 30. Der Zukunftsentscheid sei eine "Katastrophe für den Verkehr" .
/ Przemyslaw Szymanski
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Hamburger Rathaus (Symbolbild) (Bild: GREGOR FISCHER/AFP via Getty Images)
Hamburger Rathaus (Symbolbild) Bild: GREGOR FISCHER/AFP via Getty Images

Hamburg will beim Klimaschutz vorangehen – doch der ADAC warnt vor massiven Folgen. Nach dem Zukunftsentscheid , mit dem die Hansestadt ihr Ziel der Klimaneutralität auf 2040 vorzieht, kritisierte der Regionalclub ADAC Hansa(öffnet im neuen Fenster) , das Ergebnis sei eine "Katastrophe für den Verkehr" .

Der Verband verweist darauf, dass zwar ab 2035 EU-weit keine Neuwagen mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden dürften, zu diesem Zeitpunkt aber noch rund 40 Millionen solcher Fahrzeuge in Deutschland unterwegs sein würden. In Hamburg werde Autofahrern durch die Regelung ab 2040 die Wahl genommen, freiwillig auf ein E-Auto umzusteigen. "Ein Fahrverbot für Verbrenner ist ein Verbot dieser Fahrzeuge" , betonte der ADAC.

Kritisch bewertet der ADAC auch die geplante Einführung eines flächendeckenden Tempo-30-Limits. Der öffentliche Nahverkehr könne die durch das Verbrennerverbot steigende Zahl an Fahrgästen nicht auffangen. Schon jetzt würden rund 50 Prozent der ÖPNV-Nutzer mit dem Bus befördert.

Ein generelles Tempolimit führt laut ADAC dazu, dass diese Busse langsamer unterwegs seien. Zudem gebe es Studien, denen zufolge Tempo 30 bei gleichmäßiger Fahrt zu höherem Verbrauch, mehr Feinstaub und höheren Stickoxidwerten führen könne.

Die gefahrene Geschwindigkeit habe bei Elektroautos darüber hinaus keinen Einfluss auf deren Emissionen. Autofahrer könnten durch Geschwindigkeitsbegrenzungen auch auf Nebenstraßen ausweichen, was den Verkehr in Wohngebieten erhöhen würde.

Forderung nach besseren Rahmenbedingungen

Der ADAC befürwortet das Ziel einer klimafreundlichen Mobilität bis 2045, verweist jedoch darauf, dass dafür erschwingliche Fahrzeugmodelle, günstiger Strom, ein flächendeckendes und verbraucherfreundliches Ladenetz sowie einfache Zahlungs- und Abrechnungssysteme erforderlich seien.

Auch über den ADAC hinaus stieß der Volksentscheid auf Widerstand. CDU-Oppositionschef Dennis Thering erklärte, "durch das Zustandekommen des sogenannten Zukunftsentscheids wird ein Kurs eingeschlagen, der unserer Stadt in vielerlei Hinsicht schadet" . Er warnte unter anderem vor steigenden Mieten und kritisierte, dass Bürgermeister Peter Tschentscher und die SPD den Volksentscheid unterschätzt hätten. Wirtschaftsverbände und Kammern äußerten ebenfalls Bedenken.

Wie schwierig der Wandel in der Praxis ist, zeigt ein Blick auf bereits umgesetzte Maßnahmen der Stadt. Ab Januar 2025 dürfen in Hamburg nur noch emissionsfreie Taxis neu zugelassen werden . Für Großraumtaxis gilt eine Übergangsfrist bis Anfang 2027. Laut Electrive.net(öffnet im neuen Fenster) beanstanden viele Unternehmer jedoch, dass es bislang zu wenige zuverlässige Elektrotaximodelle gebe und sie deshalb noch vor dem Stichtag neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angeschafft hätten.


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