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Verkaufspreise für Wii- und DS-Konsolen: Amazon wollte Nintendo offenbar zum Rechtsbruch treiben

Der ehemalige Nintendo-Manager Reggie Fils-Aimé beschreibt in einem Interview, wie Amazon das Unternehmen offenbar zum Rechtsbruch verleiten wollte.
/ Ingo Pakalski
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Reginal "Reggie" Fils-Aimé für Nintendo bei The Game Awards 2021 (Bild: Kevin Winter/Getty Images)
Reginal "Reggie" Fils-Aimé für Nintendo bei The Game Awards 2021 Bild: Kevin Winter/Getty Images

Amazon wollte Ende der 2000er Jahre offenbar auch für Kunden von Videospielkonsolen interessant werden und die Geräte zum günstigsten Preis am Markt anbieten. Dazu sollten andere Unternehmen bewusst zu illegalen Praktiken gedrängt werden, sagte Reginal "Reggie" Fils-Aimé, ehemaliger COO von Nintendo of America, in einem Interview(öffnet im neuen Fenster) bei der NYU Game Centre Lecture Series.

Zu dieser Zeit war Nintendo auf dem US-Markt sehr erfolgreich. Allein in Nord- und Südamerika wurden laut Fils-Aimé "zehn Millionen DS-Konsolen pro Jahr" verkauft. Das habe bei Nintendo zu "einen enormen Umsatz" und entsprechend großer Reichweite geführt.

Damals sei die Mentalität gewesen, "den niedrigsten Preis auf dem Markt anzubieten, sogar noch niedriger als Walmart", so der Manager. Dazu schildert er den Anruf von einem der Amazon-Führungskräfte, der zuvor mit allen Bereichen der Nintendo-Vertriebsstruktur gesprochen habe, ohne das gewünschte Ziel zu erreichen.

Amazon verlangt illegale Preisabsprachen

Daher habe es Amazon bei Nintendo weiter oben versucht, so Fils-Aimé. Im "Grunde wollte Amazon eine unverschämte Menge an Unterstützung, finanzielle Unterstützung, damit sie den niedrigsten Preis anbieten und Walmart schlagen konnten", fasst er das Telefonat zusammen.

Reggie sagte nach eigener Aussage zu dem Amazon-Manager: "Sie wissen, dass das illegal ist, oder? Das kann ich nicht tun." Daraufhin sei es zunächst stumm auf der anderen Seite geblieben, bis die Antwort gekommen sei: "Aber genau das will ich."

Als Reaktion darauf habe Nintendo keine Waren mehr an Amazon geliefert, "weil ich nichts Illegales tun wollte", berichtet Fils-Aimé. Er habe nichts machen wollen, "das unsere Beziehung zu anderen Einzelhändlern gefährden würde". Das Verhalten von Nintendo sieht er als wichtiges Signal, Amazon zu zeigen, dass andere Unternehmen nicht alles machen müssten, was der Onlinehändler verlange.

Seine Botschaft fasst er so zusammen: "Hört mal, ihr werdet mich nicht herumschubsen. So machen wir unsere Geschäfte." Er betonte, dass Unternehmen so "mit der Zeit Respekt" aufbauen könnten, indem sie Partnern auch Grenzen setzten.


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