Verkaufsgespräche: Onlyfans vor Milliardendeal
Wird Onlyfans verkauft? Die britische Muttergesellschaft Fenix International verhandelt derzeit über einen Verkauf der Plattform. Im Gespräch ist eine Summe von etwa 8 Milliarden Dollar, wie Reuters meldet(öffnet im neuen Fenster) .
Federführend bei den Kaufinteressenten ist die Forest Road Company aus Los Angeles. Die Investmentfirma hat offenbar eine Gruppe von Geldgebern gewonnen, die bereit wären, den hohen Preis zu zahlen. Onlyfans erwirtschaftete allein 2023 einen Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar.
Das Geschäftsmodell ist simpel und lukrativ: Die Plattform behält 20 Prozent der Einnahmen, die Content Creators mit ihren Inhalten erzielen. Was während der Coronapandemie als Nische begann, hat sich zu einem milliardenschweren Geschäft entwickelt. Dabei hat Onlyfans geschafft, was vielen anderen Pandemiegewinnern nicht gelang: Die Umsätze haben sich seit 2020 verdreifacht.
Börsengang als Plan B
Die Verhandlungen könnten schon bald abgeschlossen sein. Insider rechnen damit, dass binnen zwei Wochen eine Entscheidung fällt. Allerdings ist Forest Road nicht der einzige Interessent. Fenix International hält sich mehrere Türen offen und verhandelt parallel mit verschiedenen potenziellen Käufern.
Sollten die Verkaufsgespräche scheitern, gibt es einen Plan B: Schon seit 2022 liebäugelt das Unternehmen mit einem Börsengang. Experten halten das allerdings für unwahrscheinlich. Der Grund liegt auf der Hand: Onlyfans ist vor allem für sexuelle Inhalte bekannt – ein heikles Thema für viele Fondsgesellschaften.
Wie schwierig der Spagat zwischen Mainstream und Schmuddelimage ist, zeigte sich bereits 2021. Damals kündigte Onlyfans an, sexuell explizite Inhalte zu verbannen . Der Aufschrei war groß, die Kehrtwende folgte prompt . Noch bevor das Verbot in Kraft trat, nahm das Management die Pläne zurück.
Ein Verkauf zum berichteten Preis würde eines deutlich machen: Plattformen für Erwachseneninhalte sind im Mainstream der Finanzwelt angekommen. Was einst als Schmuddelecke galt, wird heute als ernstzunehmendes Geschäftsmodell betrachtet. Die hohe Bewertung spiegelt nicht nur die aktuellen Zahlen wider, sondern auch das Vertrauen in die Zukunft des Geschäfts.
Für die Creators auf der Plattform dürfte ein Eigentümerwechsel zunächst wenig ändern. Das Geschäftsmodell funktioniert und wirft ordentlich Gewinn ab – warum sollten neue Besitzer daran rütteln?