Verizon Communications: AOL für 4,4 Milliarden US-Dollar verkauft

Die schon länger dauernden Verhandlungen zwischen Verizon und AOL haben zu einem Abschluss geführt. Vor 15 Jahren kaufte AOL noch Time Warner für 164 Milliarden US-Dollar, nun wird es für einen Bruchteil selbst übernommen.

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AOL (Straßenschild vor dem ehemaligen Unternehmenssitz in Sterling, Virginia)
AOL (Straßenschild vor dem ehemaligen Unternehmenssitz in Sterling, Virginia) (Bild: Joshua Roberts/Bloomberg via Getty Images)

Verizon Communications kauft AOL für 4,4 Milliarden US-Dollar. Das gab der Telekommunikationskonzern am 12. Mai 2015 bekannt. Damit will Verizon im Bereich mobiles Video und Anzeigen wachsen.

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Bereits im Januar 2015 wurde über Verhandlungen zwischen den Partnern berichtet. Der Konzern sei an der Technologie AOLs für Online-Werbung interessiert, um darüber ein künftiges Videostreaming-Angebot zu finanzieren.

AOL hatte zu der Zeit einen Börsenwert von 3,5 Milliarden US-Dollar. Zu AOL gehören Online-Medien wie die Huffington Post und die IT-Magazine Engadget und Techcrunch. Die Aktien von Verizon hatten einen Wert von rund 193 Milliarden US-Dollar.

Der US-Mobilfunkmarkt ist relativ gesättigt, die großen Konzerne Verizon, AT&T und Sprint kämpfen untereinander erbittert um Marktanteile. Verizon plane in diesem Sommer auf dem US-Kontinent eine Videoplattform zu starten, die kostenlose und kostenpflichtige Inhalte biete, sagte Finanzchef Fran Shammo. Vor einem Jahr erwarb Verizon für 200 Millionen US-Dollar Intels Oncue Internet-Video-Dienst.

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AOL hat weiterhin 2,3 Millionen zahlende Nutzer. Die Medien Huffington Post, Techcrunch und Engadget zählen im Monat zusammen 200 Millionen Unique Visitors. AOL hat viel in Zukäufe für Werbetechnologie investiert. Der größte Zukauf war im Jahr 2013 Adap.tv für 418 Millionen US-Dollar.

AOL und Time Warner: Spektakulärster Fehlschlag der modernen Wirtschaftsgeschichte

Im Jahr 2000 übernahm AOL für 164 Milliarden US-Dollar das Medienunternehmen Time Warner. AOL verlor in den Folgejahren stark an Wert. 2002 musste AOL Time Warner wegen einer Rekordabschreibung einen Verlust von 99 Milliarden US-Dollar ausweisen. Im Jahr 2003 nahm der Konzern die Bezeichnung AOL aus dem Firmennamen. Die Fusion von AOL und Time Warner gilt als einer der spektakulärsten Fehlschläge der modernen Wirtschaftsgeschichte.

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