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Verizon: BT Group legt internationales Firmenkundennetzwerk mit US-Konzern zusammen

Mit Verizon findet BT endlich einen Abnehmer für seinen internationalen Firmenkundenbereich. Es ist zugleich ein Rückschritt für europäische Souveränität.
/ Achim Sawall
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BT-Vorstandschefin Allison Kirkby (Bild: BT)
BT-Vorstandschefin Allison Kirkby Bild: BT

Die BT Group (British Telecom) und Verizon werden die internationalen Geschäftsbereiche zusammenlegen. Das hat der US-Mobilfunkbetreiber Verizon am 29. Juni 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). Damit endet die mehr als 18 Monate währende Suche des britischen Telekommunikationskonzerns nach einem Käufer.

Wie die Unternehmen mitteilten, wird Verizon eine Ausgleichszahlung in Höhe von 625 Millionen US-Dollar an BT leisten, um sich gleiche Stimmrechte in dem neuen 50/50-Joint-Venture zu sichern. Durch die Transaktion soll ein Unternehmen entstehen, das mehr als 3.000 Kunden in rund 180 Ländern bedient und einen gemeinsamen Jahresumsatz von vier Milliarden US-Dollar generiert.

Damit erhält der US-Konzern Verizon direkten Zugriff auf die Kommunikation großer multinationaler Unternehmen, auf den gehobenen Mittelstand und auf öffentliche Institutionen. BT betreut in Deutschland mehrere Hundert Geschäftskunden. Laut offizieller Unternehmensangaben gehört ein Großteil der DAX-Unternehmen zum festen Kundenkreis von BT in Deutschland.

Die BT Group verkaufte ihre regionalen Stadtnetze an 1&1 Versatel, behielt jedoch weiterhin ein 6.000 Kilometer langes, hochkapazitives Glasfaser-Backbone, das die wichtigsten deutschen Wirtschaftsregionen verbindet.

Über die eigene Plattform Global Fabric/MPLS vernetzt BT internationale Standorte, Rechenzentren und Cloud-Knoten in ganz Europa mit eigenen und mit angemieteten Seekabeln und Landtrassen und 8.000 Beschäftigten.

Verizon betreibt eines der größten IP-Backbone-Netzwerke und hatte kürzlich den früheren Telekom-CTO Abdu Mudesir abgeworben.

BI konzentriert sich auf UK

BT-Vorstandschefin Allison Kirkby bezeichnete die Vereinbarung als "wichtigen Schritt nach vorn für BT als Ganzes, während wir unsere auf das Vereinigte Königreich fokussierte Strategie umsetzen". Trotz hoher Umsätze blieben die Gewinnmargen im globalen IT-Servicegeschäft aufgrund des enormen Wettbewerbsdrucks, hoher Betriebskosten und komplexer internationaler Strukturen für BT niedrig.

Kirkby leitete ein milliardenschweres Sparprogramm im gesamten Unternehmen ein. Im vergangenen Monat kündigte sie an, dass BT sein Einsparziel von ursprünglich drei Milliarden Pfund bis zum Jahr 2029 auf 3,7 Milliarden Pfund bis 2030 anheben werde.

Neuer Chef kommt von Telstra

BT und Verizon erklärten zudem, dass Martijn Blanken zum designierten Chief Executive Officer des neuen Joint Ventures ernannt wurde. Blanken war Führungskraft beim australischen Telekommunikationskonzern Telstra. Wie die Unternehmen mitteilten, wird das Joint Venture auf Jersey eingetragen, den Hauptsitz im Vereinigten Königreich haben und dort steuerlich ansässig sein.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Bis zum offiziellen Abschluss der Transaktion werden die internationalen Geschäftsbereiche von BT und Verizon weiterhin unabhängig voneinander operieren. Ein Abschluss der Transaktion wird bis zum Jahr 2027 erwartet.


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