Verivox: Bei Handyverträgen lassen sich jährlich 600 Euro sparen

Bei den Mobilfunktarifen der deutschen Netzbetreiber lassen sich Zusatzkarten zu einem bestehenden Vertrag buchen. Wer Partnerkarten zum Haupttarif bucht, zahlt weniger Gebühr, als wenn alle Familienmitglieder einen separaten Einzeltarif abschließen. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hat Verivox in einem Tarifvergleich ermittelt(öffnet im neuen Fenster) .
Das Vergleichsportal rechnete zwei Fallbeispiele mit einem Paar und einer vierköpfigen Familie mit minderjährigen Kindern durch. Die Modellrechnung basiert auf Tarifen mit mindestens 20 GByte beim jeweiligen Netzbetreiber. Entscheidet sich ein Paar für eine Haupt- und Zusatzkarte, liegt die Ersparnis bei bis zu 150 Euro im Jahr, wenn die Verträge bei Vodafone abgeschlossen werden. Eine vierköpfige Familie spart jährlich bis zu 600 Euro bei der Deutschen Telekom.
Die geringste Ersparnis gewährt 1&1. Wer beim Netzbetreiber eine Zusatzkarte wählt, erhält ein Startguthaben von 10 Euro. Eine vierköpfige Familie erhält so ein Guthaben von 30 Euro. Bei den Zahlen für O2 in der Verivox-Studie muss man vorsichtig sein, mittlerweile gelten bei Telefónica Deutschland bereits andere Preise und Konditionen als bei dem Tarifvergleich im April 2025.
Vergünstigungen gelten nur, solange der Hauptvertrag besteht
Verbraucher sollten sich somit nicht ausschließlich auf Tarifvergleiche verlassen. Wer Verträge für mehrere Personen abschließen möchte, sollte vor Vertragsabschluss Tarife verschiedener Anbieter studieren, aktuell gibt es viel Bewegung auf dem Mobilfunkmarkt.
Bei den Zusatzkarten der Netzbetreiber gibt es einige Details zu beachten. Die Kostenvorteile werden nur gewährt, solange der Vertrag für die Hauptkarte besteht. Wird der Mobilfunkvertrag für die Hauptkarte gekündigt, wird im Regelfall die älteste Zusatzkarte zur Hauptkarte.
Besonders die Deutsche Telekom wirbt intensiv darum, dass sich mehrere Bekannte und Freunde zusammentun und bis zu 10 Pluskarten buchen , es muss sich also nicht um Familienmitglieder handeln. Verbraucher sollten dabei immer daran denken, was mit einer Hauptkarte oder Zusatzkarten im Falle einer Trennung oder beim Streit im Freundeskreis passiert.
Bei den Zusatzkarten gibt es weitere Punkte zu berücksichtigen. Bei der Telekom müssen alle SIM-Karten die gleiche Tarifstufe haben. Wenn die Eltern einen Mobilfunktarif mit 20 GByte buchen, steht auch den Kindern dieses Inklusivvolumen zur Verfügung. Doch gerade Jugendliche haben einen höheren monatlichen Datenverbrauch als ältere Personen. Anders ist es wiederum bei Vodafone, hier können Nutzer aus drei Familiy Cards wählen, eine der Zusatzkarten bietet unlimitiertes Datenvolumen.
Tarife der Mobilfunkdiscounter sind günstiger
Die Studie von Verivox zeigt: Wer sich für einen Mobilfunkvertrag beim Netzbetreiber entscheidet, sollte Zusatzkarten zum Hauptvertrag wählen, um bei der monatlichen Grundgebühr zu sparen. Noch günstiger kann es sein, separate Verträge bei einem Mobilfunkdiscounter abzuschließen, wie der Tarifvergleich zeigt. Verivox nennt als Beispiel die Discounter Klarmobil und Dr. SIM.
Schließen hier ein Paar oder eine vierköpfige Familie separate Mobilfunkverträge ab, zahlen sie insgesamt weniger, als wenn sie auf eine Hauptkarte mit Zusatzkarten beim Netzbetreiber setzen.
Tarife der Mobilfunkdiscounter sind für alle Nutzer interessant, die keinen Wert auf hohe Übertragungsraten legen. Discounter bieten häufig bis zu 50 MBit/s, bei den Netzbetreibern surfen Nutzer mit bis zu 300 MBit/s.
Nachtrag vom 5. Mai 2025, 16:15 Uhr
Die Deutschen Netzbetreiber setzen zunehmend auf die Vermarktung von Zusatzkarten. Diesen Trend auf dem Mobilfunkmarkt thematisiert der Tarifvergleich von Verivox. Besonders die Deutsche Telekom setzt beim neuen Tarifportfolio darauf, dass sich Personen zusammentun und zur Hauptkarte mehrere SIM-Karten buchen. In einem Pressegespräch teilte Telekom Golem.de mit, dass die Vermarktung von Tarifen für Einzelpersonen im Bereich Postpaid nicht mehr im Mittelpunkt stehe.
Ein einfacher Vergleich zeigt, dass es für eine Einzelperson aktuell attraktiver ist, bei der Telekom einen Prepaid-Vertrag abzuschließen, anstatt einen Postpaid-Vertrag. Magenta Mobil XS bietet ein Datenvolumen von 20 GByte für 29,95 Euro pro Monat. Magenta Mobile Prepaid L für 14,95 Euro (vier Wochen) beinhaltet ein Inklusivvolumen von 25 GByte. Der Tarif Magenta Mobil XS wird preislich nur dann attraktiv, wenn zum Hauptvertrag mehrere Zusatzkarten hinzugebucht werden.
Golem.de analysierte im November 2024 die Smartphone-Tarife von Telekom, Vodafone, O2 und 1&1. Hier zeigte sich bereits der Trend, dass die Netzbetreiber zunehmend auf Zusatzkarten setzen. Zugleich zeigt unser Vergleich : Die Anbieter haben ihre Tarife seit November teilweise mehrfach überarbeitet. Ein Tarifvergleich wie von Verivox kann lediglich Trends aufzeigen, Verbraucher müssen Tarife beständig vergleichen, aktuell gibt es viel Bewegung auf dem Mobilfunkmarkt.