Abo
  • Services:

Verimi: Deutsche Konzerne starten Single Sign-on

Ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen hat mit Verimi einen deutschen Login-Dienst gestartet. Er steht in direkter Konkurrenz zu den Single Sign-ons von Facebook und Google und soll ein hohes Maß an Datenschutz gewährleisten.

Artikel veröffentlicht am ,
Verimi will eine zentrale Login-Infrastruktur fürs Internet schaffen.
Verimi will eine zentrale Login-Infrastruktur fürs Internet schaffen. (Bild: Albaniaman/CC-BY-SA 3.0)

Mit Verimi, das am heutigen Dienstag offiziell vorgestellt wurde, wollen die zehn teilhabenden Unternehmen ein europäisches System für das vertrauenswürdige Identitätsmanagement im Internet anbieten. Beteiligt sind neben der Lufthansa und der Deutschen Bank auch Allianz, Telekom, Axel Springer und der inzwischen einem deutschen Automobil-Konsortium und internationalen Investoren gehörende Kartendienst Here. In Zukunft sollen vor allem weitere europäische Partner hinzukommen.

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn, Meckenheim, Koblenz
  2. matrix technology AG, München

Das Basis-Angebot von Verimi ist ein Single Sign-on für teilnehmende Onlineangebote, ähnlich der Login-Dienste von Facebook und Google. Anstatt für jede Webseite ein neues Passwort anzulegen, sollen Nutzer sich bei möglichst vielen Diensten mit Verimi anmelden können. Als offene Plattform sollen Partnerunternehmen Verimi auf Basis von Standardprotokollen wie OAuth und OpenID Connect in Websites und Apps einbinden können.

Mehr als nur Login

Anders als die Konkurrenz aus dem Silion Valley will Verimi aber mehr bieten, als nur ein vereinfachtes Login-Verfahren. Mit Hilfe eines Video-Ident-Verfahrens sollen Nutzer von Verimi in Zukunft auch ihre Identität rechtssicher verifizieren lassen können. Kunden von filiallosen Bankhäusern kennen dieses Verfahren bereits von der Kontoeröffnung. Bei Video-Ident wird eine Videoverbindung zwischen dem Kunden und einem Mitarbeiter der Bank hergestellt, über die dieser den Personalausweis oder Reisepass des Kunden visuell auf Echtheit überprüft.

Mit Hilfe der Identitätsprüfung soll es in Zukunft möglich sein, auch solche Dienste mit einem Verimi-Login auszustatten, die die Überprüfung der Kundenidentität voraussetzen. Neben Banken und Versicherungen betrifft dies beispielsweise auch Verwaltungsakte und Behördengänge im Internet.

Europäisch für mehr Datenschutz

Die Macher werben damit, dass Verimi besonders datenschutzfreundlich sei. Nutzer behielten die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten und könnten selbst bestimmen, welche Login-Seite welche persönlichen Daten erhalten soll. Einmal erteilte Genehmigungen zur Nutzung der Daten könnten jederzeit widerrufen werden, heißt es bei Verimi. Damit sei der Dienst zudem im Einklang mit der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung, die am 25. Mai 2018 Gültigkeit erlangt.

"Nur der vertrauenswürdige Umgang mit den Daten der Kunden öffnet dauerhaft die Tür zu digitalen Geschäftsmodellen", sagt Markus Pertlwieser, Digitalchef für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank. "Verimi geht als offene Plattform jetzt voran und wir laden alle deutschen und europäischen Unternehmen ein, sich uns anzuschließen."

Verbreitung bisher übersichtlich

Ob der europäische Kreuzzug gegen die US-Riesen allerdings gelingt, ist noch nicht ausgemacht. Denn wie bei früheren David-gegen-Goliath-Kämpfen wird auch hier entscheidend sein, wie viele relevante Plattformen die Verimi-Macher zur Teilnahme mobilisieren können.

Nur wenn sich Webseiten die Mühe machen, den neuen Single Sign-on zu implementieren, wird der Dienst auch für die Kunden interessant. Mit Ausnahme der Deutschen Bank scheint jedenfalls noch keines der teilnehmenden Unternehmen einen Login mit Verimi auf seiner Webseite implementiert zu haben.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. MSI X370 Gaming Plus + AMD Ryzen 5 1600 für 199€ statt ca. 230€ im Vergleich und Cooler...
  2. 159€ (Vergleichspreis 189,90€)
  3. 66,99€ (Vergleichspreis 83,98€) - Aktuell günstigste 500-GB-SSD!
  4. (u. a. WD Elements Portable 2 TB für 61,99€ statt 69,53€ im Vergleich und SanDisk Ultra...

User_x 11. Apr 2018

Es ist ein Verantwortungsproblem. Wie hat denn PayPal oder jeder andere angefangen? Geld...

Pecos 11. Apr 2018

Das mag sein, aber gerade zu Beginn wenn man Marktanteile gewinnen will, sollte man es...

User_x 11. Apr 2018

Eben. Und überlege mal was für Schaden du mit einem fremden verifizierten, bestätigen...

Ely 11. Apr 2018

Genau das mit den Daten wird eben anders gemacht, was der gewaltige Unterschied zu FB...

IceMuffins 11. Apr 2018

So ist es. "DoubleClick by Google" gehört zu Google :D


Folgen Sie uns
       


Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018)

Ein Convertible mit E-Ink-Display - das Yoga Book C930 ist ein Hingucker, aber wie bedient es sich? Wir haben es ausprobiert.

Lenovo Yoga Book C930 mit E-Ink-Display ausprobiert (Ifa 2018) Video aufrufen
iPhone Xs, Xs Max und Xr: Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?
iPhone Xs, Xs Max und Xr
Wer unterstützt die eSIM in den neuen iPhones?

Apples neue iPhones haben neben dem Nano-SIM-Slot eine eingebaute eSIM, womit der Konzern erstmals eine Dual-SIM-Lösung in seinen Smartphones realisiert. Die Auswahl an Netzanbietern, die eSIMs unterstützen, ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz aber eingeschränkt - ein Überblick.
Von Tobias Költzsch

  1. Apple Das iPhone Xr macht's billiger und bunter
  2. Apple iPhone Xs und iPhone Xs Max sind bierdicht
  3. Apple iPhones sollen Stiftunterstützung erhalten

SpaceX: Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen
SpaceX
Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen

Ein japanischer Milliardär ist der mysteriöse erste Kunde von SpaceX, der um den Mond fliegen will. Er will eine Gruppe von Künstlern zu dem Flug einladen. Die Pläne für das Raumschiff stehen kurz vor der Fertigstellung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Mondwettbewerb Niemand gewinnt den Google Lunar X-Prize

iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple iOS 12.1 verrät neues iPad Pro
  2. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

    •  /