Verifone H5000: Was hinter den Ausfällen der EC-Kartenterminals steckt

Der großflächige Ausfall von EC-Terminals war ein Desaster mit Ansage. Verantwortlich dafür sind offenbar verschiedene Beteiligte.

Artikel von Günter Born veröffentlicht am
Fehlermeldung bei den betroffenen Kartenterminals
Fehlermeldung bei den betroffenen Kartenterminals (Bild: Cedric Fischer)

Seit dem 24. Mai 2022 gibt es eine bundesweite Störung an Kartenzahlungsterminals des Typs Verifone H5000, so dass keine bargeldlosen Zahlungen mit Giro- oder Kreditkarte möglich sind. Eine versprochene Lösung des Geräteherstellers lässt auf sich warten.

Inhalt:
  1. Verifone H5000: Was hinter den Ausfällen der EC-Kartenterminals steckt
  2. Update im Dezember 2021 versäumt
  3. Austausch und Fehlerbeseitigung ein Mengenproblem

Wegen der Störung lässt sich in vielen Geschäften nur noch bar bezahlen, da die dort eingesetzten Verifone H5000 Girokarten-Terminals zum Lesen von Girokarten und Kreditkarten streiken. Betroffen sind zahlreiche Supermärkte großer Handelsketten wie Edeka, Rewe, Aldi-Nord, Rossmann, DM, aber auch Tankstellen und kleinere Händler. Das Ganze scheint aber wohl ein Scheitern mit Ansage zu sein.

Im Rückblick kristallisierte sich schnell heraus, dass Verifone H5000 Girokarten-Terminals die Ursache für diese Großstörung sind. Der Zahlungsdienstleister Payone sowie der Finanzdienstleister Concardis bestätigten zeitnah eine bundesweite Störung und avisierten eine schnelle Lösung für betroffene Händler.

Hersteller: Kein abgelaufenes Zertifikat

Der Hersteller des betreffenden Geräts blendet seit dem 27. Mai 2022 auf seiner Support-Webseite eine Erklärung als Popup ein und schreibt, dass es "bei einem bestimmten Anteil der Verifone H5000 Terminals, die hauptsächlich in Deutschland eingesetzt werden, ein Problem mit der Nutzbarkeit für die Abwicklung von Kartenzahlungen gibt". In der Verlautbarung hebt der Anbieter hervor, dass kein abgelaufenes Zertifikat oder eine Sicherheitslücke, sondern eine Software-Fehlfunktion in der H5000-Software für die Schwierigkeiten verantwortlich sei.

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Der Hersteller gibt zudem an, mit höchster Priorität und unter intensiver Kooperation mit Kunden und Partnern an der Behebung des Problems gearbeitet zu haben. Inzwischen sei eine Updatelösung vorhanden, es werde nun mit Hochdruck gemeinsam mit Kunden und Partnern an der Bereitstellung dieser Lösung für die betroffenen Terminals im Feld gearbeitet.

Nach Recherchen von Golem.de bedeutet dies, dass die Geräte entweder durch Dienstleister komplett ausgetauscht oder durch Service-Mitarbeiter an Ort und Stelle mit dem neuen Software-Update versorgt werden müssen. Ob Gerätebesitzer selbst dieses Software-Update per USB-Medium auf die Kartenterminals flashen können, ist aktuell unklar.

Gerätetyp am Lebensende

Bei der Recherche stellte sich heraus, dass das Verifone H5000 Kartenterminal Ende 2011/Anfang 2012 erstmals im deutschen Handel zum Einsatz kam. Vom Hersteller selbst wurde das Kartenlesegerät bereits 2019 abgekündigt. Dem Autor dieses Artikels bestätigten verschiedene Quellen, mehrfach von Dienstleistern informiert worden zu sein, dass das Gerät auszutauschen sei.

Der Hintergrund ist, dass der vom Verifone H5000 unterstützte Standard PCI 3 (Payment Card Industry Data Security) zum 30. April 2021 ausgelaufen ist und die Geräte im Bestand nur noch aufgrund einer Übergangsregelung in Deutschland verwendet werden dürfen (PDF).

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Update im Dezember 2021 versäumt 
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treysis 10. Jun 2022

Naja, dann hat der Händler die wohl nicht geordert. Einen Sichtschutz gibt es nämlich...

katze_sonne 08. Jun 2022

Doch klar hat Aldi ne Monokultur! Aldi Süd hat Yomani XR. Aldi Nord H5000.

Eheran 03. Jun 2022

Du meinst also die Bank speichert diese Daten nicht? Du kannst bei deiner Bank nicht auf...

Extrawurst 03. Jun 2022

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