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Vergrößerung: Kontaktlinse mit Teleobjektiv

Forscher haben eine Kontaktlinse entwickelt, die wahlweise wie ein Teleobjektiv funktioniert und bis zu 2,8-fach vergrößert. Bedient wird die winzige Linse mit einem Zwinkern. Sie benötigt keinen Strom und ist für Soldaten wie Sehbehinderte gleichermaßen interessant.
/ Andreas Donath
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Kontaktlinse mit Telefunktion (Bild: Ecole Polytechnique Federale de Lausanne/ Eric Tremblay und Joe Ford)
Kontaktlinse mit Telefunktion Bild: Ecole Polytechnique Federale de Lausanne/ Eric Tremblay und Joe Ford

Forscher der Ecole Polytechnique Federale de Lausanne(öffnet im neuen Fenster) in der Schweiz und den USA haben beim jährlichen Treffen der American Association for the Advancement of Science eine Kontaktlinse vorgestellt, die nur 1,55 mm dünn ist und dennoch ein Telezoom enthält. Die Einstellung zwischen normaler Sicht und 2,8-facher Vergrößerung wird mit Hilfe einer Brille realisiert, die das Augenzwinkern des Trägers erkennt und von normalem Blinzeln nicht irritiert werden soll.

Die Linse enthält winzige Aluminiumspiegel, die das Licht zueinander reflektieren und für eine Vergrößerung sorgen. Vom Aufbau her entspricht die Optik der eines Spiegelteleskops(öffnet im neuen Fenster).

Die erste Version der Kontaktlinsen wurde 2013 vorgestellt. Seitdem wurde die Optik weiterentwickelt. Dabei handelt es sich prinzipbedingt um übergroße, harte Linsen, während die meisten Kontaktlinsenträger weiche Modelle bevorzugen. Diese sogenannten skleralen Linsen sind größer als normale Kontaktlinsen, trotz ihrer Größe angenehm zu tragen und verrutschen nicht so leicht. Winzige Luftkanäle mit 0,1 mm Durchmesser sorgen für die Sauerstoffversorgung des Auges.

Forschung zur besseren Sicht von Soldaten

Mit Hilfe der Brille, die die Augen beobachtet, werden gezielte Zwinkerbewegungen erkannt. Mit dem linken Auge wird die Vergrößerung eingeschaltet, mit dem rechten auf Normalsicht zurückgeschaltet. Dies geschieht durch Aktivierung einer Polarisationsfolie, die in der Brille sitzt. Die Kontaktlinse selbst arbeitet passiv. Sie ist so konstruiert, dass eine Art des polarisierten Lichts durch den normalen Bereich der Linse fallen kann und die andere durch die vergrößernde Region.

Die Forschung wurde von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) finanziert, die damit eine verbesserte Sicht von Soldaten auf dem Schlachtfeld erreichen will.

Wann die Linsen, die auch für Menschen mit Makuladegeneration (AMD)(öffnet im neuen Fenster) interessant sein dürften, auf den Markt kommen, ist noch nicht bekannt. Bislang werden bei von AMD betroffenen Menschen unter anderem große und recht unkomfortable Fernrohrbrillen(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt.


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