Abo
  • IT-Karriere:

Vergleich geschlossen: Tierschützer geben im Streit um Affen-Selfie auf

Der jahrelange Streit um die Urheberrechte an einem Affen-Selfie ist beigelegt. Der fragwürdige Vergleich verhindert wohl eine teure Niederlage für die umstrittene Tierschutzorganisation Peta.

Artikel veröffentlicht am ,
Selbstporträt des Makaken auf Indonesien
Selbstporträt des Makaken auf Indonesien (Bild: Public Domain)

Ein merkwürdiger Rechtsstreit um Affen-Selfies endet mit einem ebenso merkwürdigen Vergleich: Die umstrittene Tierschutzorganisation Peta ließ vor einem US-amerikanischen Bundesgericht ihre Berufungsklage gegen den britischen Fotografen David Slater fallen, der die Rechte an den Fotos für sich reklamiert hatte. Im Gegenzug habe sich Slater verpflichtet, 25 Prozent der künftigen Einnahmen aus einem Buch mit den Affenfotos für den Erhalt der Makaken-Lebensräume in Indonesien zu spenden, teilte Peta mit. Damit sind Fotos, die von Tieren aufgenommen werden, weiterhin nicht urheberrechtlich geschützt. Eine Grundsatzentscheidung vor dem US-Supreme Court wird von Peta demnach nicht mehr angestrebt.

Stellenmarkt
  1. PSYCHIATRISCHE KLINIK UELZEN gemeinnützige GmbH, Uelzen
  2. Rational AG, Landsberg am Lech

Der Fall war im August 2014 bekanntgeworden, weil in der Wikipedia mehrere Fotos hochgeladen worden waren, die der Naruto genannte Affe mit Slaters Kamera im Jahr 2011 geknipst hatte. Das Onlinelexikon weigerte sich nach einer Beschwerde des Fotografen, die Bilder zu entfernen. Das Argument: Slater verfüge über kein Urheberrecht an den Fotos, da er die Bilder nicht selbst aufgenommen habe. Wenige Wochen später sprach die US-Copyright-Behörde Tieren grundsätzlich die Rechte an eigenen Werken ab.

Hohe Gerichtskosten drohten

Peta ging anschließend noch einen Schritt weiter. Die Organisation verlangte eine Entschädigung für den Affen, weil der Fotograf die Bilder unrechtmäßig auf der Plattform Blurb vermarktet haben soll. Doch der zuständige Bezirksrichter wies die Klage gegen Slater und Blurb im Januar 2016 ab. Einem Bericht von Ars Technica zufolge zeichnete sich im August 2017 bereits eine außergerichtliche Einigung ab. Möglicherweise wollte Peta damit verhindern, im Falle einer weiteren Niederlage auf Gerichtskosten von Hunderttausenden Dollar sitzenzubleiben. Teile des Vergleichs, die mögliche Zahlungen an Blurb für die Deckung der Anwaltskosten enthalten könnten, sind laut Ars Technica geheim.

Der finanzielle Erfolg für Narutos Lebensraum dürfte sich in Grenzen halten. Slater erzielt nach eigenen Angaben kaum Einnahmen aus der Vermarktung der Bilder. Zudem hat ihn der Prozess wegen der Anwaltskosten finanziell in den Ruin getrieben. Dem britischen Guardian sagte er im vergangenen Juli, sich das Fotografieren nicht mehr leisten zu können. Er überlege stattdessen, Tennislehrer zu werden oder Hunde auszuführen. Selbst den Flug zum Gerichtsverfahren nach San Francisco habe er nicht mehr zahlen können.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,99€
  2. (-70%) 8,99€
  3. 4,99€

s7evin 13. Sep 2017

Nach der Logik könnte dann jeder Kamera Verkäufer die Fotografen verklagen, die Fotos...

Bouncy 13. Sep 2017

Ich war schonmal im Schwarzwald, aber der ist gar nicht schwarz, fand ich doof. Willst...

Bouncy 13. Sep 2017

Zweifellos sind sie suspekt. Aber während andere Vereine sicherlich mehr tatsächliche...

ObjectID 12. Sep 2017

Die Peta unterhält die größte Fahrzeug flotte in den USA zum einschläfern von Tieren...

violator 12. Sep 2017

Ist der Affe denn eine Person? ;) Dass der Fotograf keine Rechte hat ist schon richtig...


Folgen Sie uns
       


Katamaran Energy Observer angesehen

Die Energy Observer ist ein Schiff, das ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird und seinen Treibstoff zum Teil selbst produziert. Wir haben es in Hamburg besucht.

Katamaran Energy Observer angesehen Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
Mobile-Games-Auslese
Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

Ein Dieb mit Dolch in Daggerhood, dazu ein (historisch verbürgter) Arzt in Astrologaster sowie wunderschön aufbereitetes Free-to-Play-Mittelalter in Marginalia Hero: Golem.de stellt die spannendsten neuen Mobile Games vor.
Von Rainer Sigl

  1. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung
  2. Mobile-Games-Auslese Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln
  3. Gaming Apple Arcade wird Spiele-Flatrate für iOS und MacOS

Ocean Discovery X Prize: Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee
Ocean Discovery X Prize
Autonome Fraunhofer-Roboter erforschen die Tiefsee

Öffentliche Vergaberichtlinien und agile Arbeitsweise: Die Teilnahme am Ocean Discovery X Prize war nicht einfach für die Forscher des Fraunhofer Instituts IOSB. Deren autonome Tauchroboter zur Tiefseekartierung schafften es unter die besten fünf weltweit.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. JAB Code Bunter Barcode gegen Fälschungen

Autonomes Fahren: Per Fernsteuerung durch die Baustelle
Autonomes Fahren
Per Fernsteuerung durch die Baustelle

Was passiert, wenn autonome Autos in einer Verkehrssituation nicht mehr weiterwissen? Ein Berliner Fraunhofer-Institut hat dazu eine sehr datensparsame Fernsteuerung entwickelt. Doch es wird auch vor der Technik gewarnt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren Apple kauft Startup Drive.ai
  2. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  3. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos

    •  /