Vergewaltigungsvorwürfe: Schweden stellt Verfahren gegen Assange ein

Erst im Mai hatte Schweden das Verfahren wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange wieder aufgenommen, ein halbes Jahr später lässt die Staatsanwaltschaft das Verfahren fallen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Eva-Marie Persson stellt die Ermittlungen gegen Assange ein.
Die stellvertretende Generalstaatsanwältin Eva-Marie Persson stellt die Ermittlungen gegen Assange ein. (Bild: Jonathan Nackstand/AFP via Getty Images)

Die schwedische Justiz stellt das Verfahren gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange ein. "Ich möchte über meine Entscheidung informieren, das Ermittlungsverfahren einzustellen," sagte die stellvertretende Generalstaatsanwältin Eva-Marie Persson auf einer Pressekonferenz am 19. November in Stockholm. Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Assange werde nicht länger aufrechterhalten, weil die Beweise für eine Verurteilung nicht ausreichten, begründete Persson ihre Entscheidung. Zuerst hatten die britische Zeitung The Guardian und die Zeit berichtet.

Erst im Mai war das Ermittlungsverfahren gegen Assange wegen Vergewaltigungsvorwürfen von der schwedischen Staatsanwaltschaft wieder aufgenommen worden, nachdem es zwei Jahre zuvor eingestellt worden war.

Assange wurde "minderschwere Vergewaltigung" in mehreren Fällen vorgeworfen. Zwar soll der Sex zwischen Assange und den Klägerinnen einvernehmlich stattgefunden haben, allerdings habe Assange die Klägerinnen zum Sex ohne Kondom genötigt oder das Kondom sei unter seltsamen Umständen gerissen, lauteten die Vorwürfe. Assange hatte diese stets bestritten, wollte sich einem Verfahren in Schweden jedoch wegen einer möglichen Auslieferung in die USA nicht stellen, sondern in Großbritannien verbleiben.

Wegen einer drohenden Auslieferung nach Schweden flüchtete Assange 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London. Dort wurde er am 11. April 2019 von der britischen Polizei verhaftet, nachdem das südamerikanische Land das politische Asyl aufgehoben hatte. In Großbritannien wurde er wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt, diese Freiheitsstrafe endete am 22. September. Aufgrund seiner "Fluchtvergangenheit" muss Assange jedoch im Gefängnis verbleiben, bis die Gerichte über einen Auslieferungsantrag der USA entschieden haben. Wegen dieses Szenarios wollte sich Assange ursprünglich nicht in Schweden vor Gericht verantworten.

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ChMu 20. Nov 2019

Nein, solange bis Ecuador eine Hilfe Zahlung bekommen hat, welche dann zufaellig mit der...

vinzf 20. Nov 2019

Nur beim Straßenverkehr oder auch beim Geschlechtsverkehr ? ;))

heikom36 20. Nov 2019

Bei solchen Taten muss man nicht selbst Anzeige erstatten. Wenn die Polizei oder SA Wind...

tomate.salat.inc 20. Nov 2019

Lol. Und nachm Brexit gehören die zur USA. Erleichtert die "Auslieferung".



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