Vergewaltigung und illegale Aufnahmen: 34 Frauen verklagen Pornhub-Mutterkonzern

Die Pornhub-Mutter Mindgeek soll an Aufnahmen Minderjähriger oder von sexueller Gewalt profitiert haben. Betroffene klagen nun.

Artikel veröffentlicht am ,
Pornhub wird für die offenbar illegale Verbreitung von Aufnahmen verklagt.
Pornhub wird für die offenbar illegale Verbreitung von Aufnahmen verklagt. (Bild: Federico Pestellini / Panoramic / Reuters)

Die Anwaltskanzlei Brown Rudnick LLP hat im Namen von 34 Frauen eine Zivilklage gegen das Porno-Streamingunternehmen Mindgeek eingereicht. Dies teilte die New Yorker Kanzlei am 17. Juni mit.

Zu Mindgeek gehören unter anderem die Plattformen Pornhub, Redtube und Youporn. Die Klägerinnen werfen dem Betreiber vor, Darstellungen von Vergewaltigungen oder anderer sexueller Gewalt verbreitet zu haben.

Darüber hinaus soll Mindgeek auch an der Verbreitung von sogenanntem non-consensual Porn profitiert haben, also Aufnahmen, die ohne Einwilligung der Beteiligten angefertigt oder weiterverbreitet wurden. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Frauen, die nun die Klage eingereicht haben, zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch minderjährig waren. Die Klägerinnen fordern nun Schadenersatz.

Pornhub löschte Aufnahmen erst auf Druck

Die einzige der Klägerinnen, die mit ihrem vollen Namen und nicht anonym klagt, Serena Fleites, war laut der Klage zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst 13 Jahre alt und soll von ihrem deutlich älteren Freund zu den Aufnahmen gedrängt worden sein.

Die Verbreitung über Pornhub sei dann ohne ihre Einwilligung geschehen und Pornhub habe das Video erst nach einigen Wochen wieder von der Plattform genommen; und dies auch nur, nachdem sich Fleites selbst als ihre Mutter ausgegeben und dem Konzern gedroht habe.

In seiner Berichterstattung zu der Klage zitiert der Nachrichtensender CBS darüber hinaus eine zum damaligen Zeitpunkt 17-Jährige, deren Aufnahmen ebenfalls ohne Einwilligung auf Pornhub veröffentlicht wurde. Sie musste letztlich die Universität wechseln, da "so ziemlich jeder an meinem College" das Video gesehen habe.

Zahlreiche Vorwürfe gegen Pornhub und Mindgeek

Mindgeek betreibt laut der Klage mehr als 100 verschiedene pornografische Webseiten, von denen Pornhub die wohl bekannteste und am meisten genutzte ist. Allein diese Seite erzielt laut der Kanzlei rund 3,5 Milliarden Besuche pro Monat. Das Unternehmen wird deshalb als "dominierend" im Bereich der Online-Pornografie beschrieben. Die Klage beschreibt Mindgeek darüber hinaus als "klassisch kriminelles Unternehmen".

Eine Kolumne in der New York Times (NYT), die Pornhub einen laxen Umgang mit illegalen Inhalten vorwarf, war einer der Auslöser dafür, dass die Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard ihre Zusammenarbeit mit der Plattform Ende letzten Jahres eingestellt haben.

Auf der Plattform gebe es zahlreiche illegale Inhalte wie Rachepornos, Aufnahmen also, die veröffentlicht werden, um ehemaligen Partnern zu schaden, oder eben non-consensual Porn, berichtet die NYT. Darunter seien auch Videos von Minderjährigen. So verdiene Pornhub letztlich an dem Leid der Betroffenen.

Pornhub wehrte sich gegen die Vorwürfe und hat auch seine Sicherheitsstandards für Darstellerinnen und Darsteller angehoben. Ungeprüfte Nutzer sollen seitdem vom Hochladen von Inhalten ausgeschlossen sein. Außerdem entfernte der Betreiber auch alle Videos, die nicht von verifizierten Konten hochgeladen wurden.

Mastercard hat inzwischen von Porno-Anbietern strenge Regeln für die Mitwirkenden in den Filmen gefordert.

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Garius 29. Jun 2021

"Sex mit einer 13-jährigen ist immer Vergewaltigung [...] Bei uns wird es nicht als...

demon driver 20. Jun 2021

Du gehst von der irrigen Annahme aus, das Betreiben eines Porno- oder überhaupt...

fabiwanne 19. Jun 2021

So jetzt Versuch nur 4. die Zahlen einzuordnen. Kommentar wurde 3 mal entfernt. (Ein mal...



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