Vergabe: Glasfasernetz der Bahn kommt nicht voran

Das Vergabeverfahren für den Glasfaserausbau der Deutschen Bahn steht still. Doch ihre Broadband-Gesellschaft findet bereits 18 Kunden für die Nutzung des bestehenden Netzes.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Kabelschächte für Glasfaser der Bahn sind leicht zugänglich.
Die Kabelschächte für Glasfaser der Bahn sind leicht zugänglich. (Bild: DB Broadband)

Der Ausbau des Glasfasernetzes entlang von Bahnstrecken kommt nicht voran. "Die DB bereitet die Ausschreibung zum Ausbau des Glasfasernetzes vor", teilte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB) auf Anfrage mit. Der Vergabeprozess habe allerdings noch nicht begonnen. Entsprechend wurde in diesem Jahr noch kein Glasfaser-Kilometer zugebaut. Nach wie vor sind demnach 18.500 km des rund 33.000 km langen Bahnnetzes mit Glasfaser ausgerüstet.

Stellenmarkt
  1. Gruppenleiter Firmware (m/w/d)
    Basler AG, Ahrensburg (Home-Office möglich)
  2. Service Delivery Manager Umsetzung Onlinezugangsgesetz OZG (w/m/d)
    HanseVision GmbH, Hamburg
Detailsuche

Das stößt auf Kritik der Opposition im Bundestag. "Die Bahn hätte das vorhandene Streckennetz schon viel früher für die Verlegung von Glasfaseranschlüssen nutzen und damit Millionen Haushalte und Firmen versorgen können", teilte der Linke-Bundestagsabgeordnete Victor Perli mit. "Es drohen jahrelange Verzögerungen, wenn es Gerichtsprozesse aufgrund des Vergabeverfahrens gibt."

Für den kompletten Ausbau hatte sich das Unternehmen One Fiber Interconnect angeboten, deren Chef Klaus Kremper einst Chef der Güterverkehrssparte der Bahn war. Kremper stellte sein Konzept im Juni dem Haushaltsausschuss in Anwesenheit von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor. Der Ausbau soll laut Kremper 1,8 Milliarden Euro kosten und nach fünf Jahren abgeschlossen sein. Strategischer Partner der One Fiber ist das Energie- und Telekommunikationsunternehmen EWE aus Oldenburg. Die Bahn will mit DB Broadband jedoch lieber selbst ausbauen, weshalb sich ein Rechtsstreit entwickelt.

Glasfaser: Bahn will One Fiber Interconnect nicht

Die Bahn nutzt derzeit nur einen kleinen Teil des Glasfasernetzes entlang ihrer Strecken selbst. Doch der Eigenbedarf dürfte bald leicht steigen. Schließlich will der Konzern bis 2035 sämtliche Stellwerke digital umgerüstet haben. Viele davon müssen derzeit noch mit der Hand bedient werden. Außerdem sollen Bahnhöfe und Strecken zunehmend mit der digitalen Leit- und Steuerungstechnik ETCS (European Train Control System) ausgestattet werden. Züge sollten mit der neuen Technik pünktlicher unterwegs sein.

Golem Karrierewelt
  1. Container Management und Orchestrierung: virtueller Drei-Tage-Workshop
    22.-24.08.2022, Virtuell
  2. Microsoft Azure Administration: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Im vergangenen Jahr schuf der Konzern die Broadband-Gesellschaft, die unter anderem unbeleuchtete Glasfaser (Dark Fiber) an Dritte vermietet. 18 Kunden hätten dafür bereits gewonnen werden können, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Perli. Dazu gehören Stadtwerke und Telekommunikationsunternehmen.

Die Gesellschaft vermietet aber auch die passive Infrastruktur, also vorhandene Kabelschächte, in denen bislang noch keine Glasfaser verlegt ist. Das Geld soll auch in den Ausbau neuer Infrastruktur investiert werden. Wie viel das bislang ist, geht aus der Antwort der Bundesregierung indes nicht hervor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


katze_sonne 27. Okt 2020

Es gibt halt immer solche und solche Fälle. Das hab ich schon von Leuten mitbekommen...

alabiana 26. Okt 2020

Naja außerdem braucht die Signaltechnik in Zukunft immer mehr Verbindungen durch die...

Faksimile 24. Okt 2020

Daraus dann Arcor und dann Vodafone ...

lincoln33T 23. Okt 2020

Aufwand/Kosten für die Ausschreibung sind vermutlich höher als für das eigentliche...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
DECT für IoT und Smart Citys
Die Aufwertung eines 30 Jahre alten Funkstandards

Nach drei Jahrzehnten DECT zieht DECT-2020 NR alias NR+ als vierte Radiotechnologie in den 5G-Standard/IMT-2020 ein.
Von Karl-Heinz Müller

DECT für IoT und Smart Citys: Die Aufwertung eines 30 Jahre alten Funkstandards
Artikel
  1. MX Master 3S: Logitech überarbeitet seine Oberklasse-Maus
    MX Master 3S
    Logitech überarbeitet seine Oberklasse-Maus

    Die neue MX Master 3S hat leiser arbeitende Tasten als das Vorgängermodell und Logitech hat in die neue Maus einen Sensor mit 8.000 dpi eingebaut.

  2. Grace: Nvidia wechselt 2023 (fast) vollständig auf ARM
    Grace
    Nvidia wechselt 2023 (fast) vollständig auf ARM

    Computex 2022 Dank der Grace-CPU ist Nvidia nicht mehr auf x86-Chips angewiesen: Vier Referenzdesigns gibt es ohne AMD oder Intel - bis auf eine Ausnahme.

  3. City M 2.0: Strøm baut minimalistisches Pendler-E-Bike
    City M 2.0
    Strøm baut minimalistisches Pendler-E-Bike

    Das Strøm City M 2.0 ist ein E-Bike, das wegen seiner schlichten Linienführung auffällt und über Indiegogo für 1.095 Euro angeboten wird.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV 77" 56% günstiger: 1.099€ • Alternate (u. a. Cooler Master Curved Gaming-Monitor 34 Zoll UWQHD 144 Hz 459€) • Sony-Fernseher bis zu 47% günstiger • Cyber Week: Alle Deals freigeschaltet • Xbox Series X bestellbar • Samsung schenkt 19% MwSt.[Werbung]
    •  /