• IT-Karriere:
  • Services:

Vereinigtes Königreich: Provider-Verein nimmt Kritik an Mozilla zurück

Die Nominierung Mozillas als "Internetschurke" hat der Provider-Verband des Vereinigten Königreichs nun offiziell zurückgenommen. Die Umsetzungspläne für DoH will der Verband aber weiter "genau hinterfragen".

Artikel veröffentlicht am ,
Doch keine "Internetschurken" - die Firefox-Macher von Mozilla.
Doch keine "Internetschurken" - die Firefox-Macher von Mozilla. (Bild: Mathias Appel/CC0 1.0)

Der Provider-Verband des Vereinigten Königreichs, ISPA UK, zieht seine Nominierung Mozillas als "Internetschurke" zurück. Vergangene Woche hatte der Verband den Hersteller des Firefox-Browsers Mozilla damit für seine Implementierung des Standards DNS-over-HTTPS (DoH) kritisieren wollen. Das wiederum hat für reichlich negative Kritik an dem Verband und seiner Entscheidung geführt, schließlich handelt es sich bei DoH um eine Sicherheitstechnik, die Nutzern dienen soll.

Stellenmarkt
  1. akquinet AG, Hamburg
  2. Vorwerk Services GmbH, Wuppertal

In der Pressemitteilung der ISPA UK heißt es zur Begründung für das Zurückziehen der Nominierung: "Die Kategorie 'Schurke' soll auf unbeschwerte Weise auf ein wichtiges Thema aufmerksam machen, aber dieses Jahr hat sie eindeutig die falsche Botschaft ausgesandt, die nicht den wahren Willen der ISPA widerspiegelt, einen konstruktiven Dialog zu führen".

Die Organisation betont aber weiterhin, dass es wichtig sei, "die Umsetzungspläne für DoH genau zu prüfen". Und um in den gewünschten Dialog zu treten, listet der Verband auch eine Vielzahl von Forderungen, die eine DoH-Implementierung aus Sicht seiner Mitglieder erfüllen können muss.

DoH soll wie bisheriges DNS funktionieren

Demnach dürften Anwendungen, die DoH verwenden, nicht die vorher vom Nutzer getroffenen Entscheidungen unterlaufen, etwa die von Eltern für ihre Kinder erstellten Filterregeln. Nutzer müssten außerdem voll über den Wechsel eines Resolvers für den neuen Übertragungsweg informiert werden und die Anwender müssten diesem Wechsel explizit zustimmen.

Der Provider-Verband fordert außerdem, dass mit der neuen Technik die gleichen Anforderungen erfüllt werden wie mit dem bisherigen DNS. Das beziehe sich auf lokale Datenschutzregeln, Sicherheitsrichtlinien etwa gegen Malware und Richtlinien zur Online-Sicherheit. Letztlich sollten DoH-Betreiber Support für die Endnutzer bieten, da bei einem Ausfall des Dienstes die Nutzung des Internets klar eingeschränkt wäre. Ebenso solle Support für die Fehlerbehebung zwischen ISP, Resolver und Nutzer bereitgestellt werden.

Die wohl einfachste Möglichkeit, die genannten Forderungen zur Zufriedenheit der ISPs umzusetzen, dürfte darin bestehen, dass die ISPs künftig einfach selbst auch DoH-Endpunkte betreiben - zusätzlich zu der bisher üblichen DNS-Infrastruktur. Warum die ISPA dennoch zwischen ihren Mitgliedern und externen DoH-Betreibern unterscheidet, ist unter diesem Blickwinkel nur sehr schwer nachvollziehbar.

Darüber hinaus arbeiten die Entwickler von DoH bei der IETF an der Standardisierung eines Protokolls, das einen einfachen und transparenten Wechsel vom bisherigen System-DNS-Resolver auf dessen DoH-Angebot ermöglichen soll. Damit sollen explizit die bestehenden Regeln und Netzwerkrichtlinien durch Admins aufrechterhalten werden können. Also genau das, was die ISPA fordert.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. (u. a. Apple iPhone 11 Pro Max 256GB 6,5 Zoll Super Retina XDR OLED für 929,96€)
  2. 749€
  3. (u. a. Find X2 Neo 256GB 6,5 Zoll für 439,99€, Watch 41 mm Smartwatch für 179,99€)

johnripper 10. Jul 2019

Egal was man von der ursprünglichen Meinung gehalten hat, der Rückzug ist die endgültige...

Proctrap 10. Jul 2019

*Redaktion und ohne @Golem gehts unter

Karmageddon 10. Jul 2019

OK, die Aussage kann man zur Kenntnis nehmen und dann sofort wieder vergessen. Wie ernst...


Folgen Sie uns
       


Mario Kart Live - Test

In Mario Kart Live fährt ein Klempner durch unser Wohnzimmer.

Mario Kart Live - Test Video aufrufen
Covid-19: So funktioniert die Corona-Vorhersage am FZ Jülich
Covid-19
So funktioniert die Corona-Vorhersage am FZ Jülich

Das Forschungszentrum Jülich hat ein Vorhersagetool für Corona-Neuinfektionen programmiert. Projektleiter Gordon Pipa hat uns erklärt, wie es funktioniert.
Ein Bericht von Boris Mayer

  1. Top 500 Deutscher Supercomputer unter den ersten zehn
  2. Hochleistungsrechner Berlin und sieben weitere Städte bekommen Millionenförderung
  3. Cineca Leonardo Nvidias A100 befeuert 10-Exaflops-AI-Supercomputer

iPhone 12 Mini im Test: Leistungsstark, hochwertig, winzig
iPhone 12 Mini im Test
Leistungsstark, hochwertig, winzig

Mit dem iPhone 12 Mini komplettiert Apple seine Auswahl an aktuellen iPhones für alle Geschmäcker: Auf 5,4 Zoll sind hochwertige technischen Finessen vereint, ein besseres kleines Smartphone gibt es nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple Bauteile des iPhone 12 kosten 313 Euro
  2. Touchscreen und Hörgeräte iOS 14.2.1 beseitigt iPhone-12-Fehler
  3. iPhone Magsafe ist nicht gleich Magsafe

Librem Mini v2 im Test: Der kleine Graue mit dem freien Bios
Librem Mini v2 im Test
Der kleine Graue mit dem freien Bios

Der neue Librem Mini eignet sich nicht nur perfekt für Linux, sondern hat als einer von ganz wenigen Rechnern die freie Firmware Coreboot und einen abgesicherten Bootprozess.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Purism Neuer Librem Mini mit Comet Lake
  2. Librem 14 Purism-Laptops bekommen 6 Kerne und 14-Zoll-Display
  3. Librem Mini Purism bringt NUC-artigen Mini-PC

    •  /