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Vereinbarung mit Grok: Pentagon will nur kriegsfähige KI einsetzen

US-Verteidigungsminister Hegseth will Elon Musks Chatbot Grok für militärische Zwecke nutzen. Dazu soll es Rechenzentren auf Militärgelände geben.
/ Friedhelm Greis
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US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will KI für militärische Zwecke nutzen. (Bild: Amanda McCoy/Fort Worth Star-Telegram/TNS/ABACAPRESS.COM)
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth will KI für militärische Zwecke nutzen. Bild: Amanda McCoy/Fort Worth Star-Telegram/TNS/ABACAPRESS.COM

Die US-Regierung unter Donald Trump will den Einsatz von KI-Modellen für militärische Zwecke deutlich beschleunigen. "Wir werden in Kürze die weltweit führenden KI-Modelle in allen nicht-geheimen und geheimen klassifizierten Netzwerken unseres gesamten Ministeriums einsetzen" , sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 12. Januar 2026 bei einem Besuch der SpaceX-Fabrik in Texas(öffnet im neuen Fenster) . Das Ministerium veröffentlichte dazu eine sechsseitige KI-Strategie(öffnet im neuen Fenster) (PDF).

Hegseth erklärte im Beisein von SpaceX-Chef Elon Musk weiter: "Wir werden die Zukunft nicht gewinnen, indem wir KI wie digitalen Feenstaub auf alte Taktiken streuen. Wir werden gewinnen, indem wir völlig neue Kampfmethoden entdecken."

Deshalb würden kontinuierliche Experimente, vierteljährliche Gefechtsübungen mit KI-koordinierten Schwärmen, einer agentenbasierten Cyberabwehr und verteilten Befehls- und Kontrollstrukturen durchgeführt. Eine eigene Abteilung im Pentagon solle sämtliche bürokratischen Hürden beseitigen, die den Einsatz von KI-Systemen bremsten.

Gemini und Grok für drei Millionen Militärangehörige

Darüber hinaus wolle das Pentagon stark in den Ausbau von Rechenleistung für KI-Systeme investieren. US-Präsident Trump habe das Ministerium angewiesen, Rechenzentren auf militärischem Gelände zu errichten und mit dem Energieministerium zusammenzuarbeiten, sagte Hegseth.

Das solle sicherstellen, dass die benötigten Ressourcen für den Betrieb dieser Recheninfrastruktur drastisch erhöht würden. Das Ministerium wolle dazu mit Firmen wie Google, AWS, Oracle und SpaceX zusammenarbeiten und die hohen privaten Investitionen in den Ausbau der KI-Infrastruktur nutzen.

Die KI-Strategie des Pentagon enthält zudem das Projekt Genai.mil(öffnet im neuen Fenster) . Dieses solle KI-Experimente und -Transformationen im gesamten Ministerium demokratisieren, "indem wir Amerikas weltweit führende KI-Modelle direkt in die Hände unserer drei Millionen zivilen und militärischen Mitarbeiter auf allen Klassifizierungsstufen geben" , sagte der Minister.

Dazu machte das Ministerium den Googles Chatbot Gemini bereits den Mitarbeitern zugänglich. Hegseth kündigte an, dass Grok von Musks KI-Firma xAI noch im Januar 2026 freigeschaltet werde. Der Chatbot steht derzeit stark in der Kritik, weil damit sexualisierte Bilder von Frauen und Kindern auf der Plattform X generiert wurden .

Daten für KI-Training freigeben

Der KI-Strategie zufolge darf das Ministerium "keine KI-Modelle einsetzen, die ideologische Anpassungen enthalten, welche ihre Fähigkeit beeinträchtigen, objektiv wahrheitsgemäße Antworten auf Benutzeranfragen zu geben" . Hegseth sagte dazu: "Die KI des Kriegsministeriums wird nicht woke sein. Sie wird für uns arbeiten. Wir entwickeln kriegsbereite Waffen und Systeme, keine Chatbots für die Lounge einer Eliteuniversität."

In einem letzten Punkt kündigte Hegseth an, dass sämtliche verfügbaren militärischen Daten genutzt würden, um die KI-Systeme zu trainieren. "Das US-Militär verfügt über einen asymmetrischen Datenvorsprung aus zwei Jahrzehnten Militär- und Geheimdienstoperationen, den kein anderes Militär der Welt nachahmen kann" , sagte der Minister. Doch diese Daten seien häufig nicht zugänglich. Er habe daher den neu ernannten obersten Beamten für digitale und künstliche Intelligenz (CDAO) angewiesen, sämtliche geeigneten Daten des Ministeriums für das KI-Training verfügbar zu machen.


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