Verdi: Telekom will an der Ausbildung sparen
Die Deutsche Telekom will ihr Ausbildungsangebot ausdünnen. Der Netzbetreiber hat in den bisherigen Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi angekündigt, die Anzahl der Plätze für Auszubildende und dual Studierende ab 2022 deutlich reduzieren zu wollen, berichtet die Gewerkschaft Verdi(öffnet im neuen Fenster) am 25. April 2021. Mit zuletzt jährlich 2.150 Plätzen bildet die Telekom weit über Bedarf aus und will nun wie andere Dax-Konzerne an der Ausbildung sparen.
Vor der nächsten Runde der Verhandlungen zur Zukunft der Ausbildung fordert Verdi von den Konzernen, das Ausbildungsangebot mindestens auf dem bisherigen Niveau zu halten. "Die Ausbildung und das duale Studium sind eine wichtige Säule. Diese muss gerade in den jetzigen Zeiten der Coronapandemie stabilisiert werden" , sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Christoph Schmitz.
Die Telekommunikationsbranche zeige sich besonders krisenfest. So habe die Telekom trotz Corona für das Jahr 2020 ein Rekordergebnis erreicht und plane für 2021 weitere deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerungen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Frank Sauerland. "Daraus erwächst auch eine besondere gesellschaftspolitische Verantwortung für die Telekom. Sie sollte das gute Ergebnis zum Anlass nehmen, mit gutem Beispiel am Ausbildungsmarkt voranzugehen."
Gegen Fachkräftemangel hilft Ausbildung
Damit werde nicht nur der durch Corona angespannte Ausbildungsmarkt entlastet, sondern auch dem seit Jahren vorhandenen Fachkräftemangel im IT-Bereich entgegengewirkt. Der steigende Fachkräftemangel werde zunehmend ein Hemmnis bei der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. "Wie wichtig IT und digitale Infrastruktur sind, erleben in der Pandemie gerade alle" , erklärte Sauerland.
Die Nachfrage ist groß: Die Telekom hatte vor Jahren bereits über 42.000 Bewerber für rund 2.200 Plätze für Ausbildung und Studium.
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