Verdi: Streikende besuchen Amazon-Chef Jeff Bezos
An sechs Amazon-Standorten wird gestreikt und mehrere Hundert Beschäftigte wollen in einem Bündnis vor dem Springer-Haus gegen die Verleihung des Axel Springer Awards 2018 an Amazon-Chef Jeff Bezos protestieren. Das gab die Gewerkschaft Verdi am 24. April 2018 bekannt(öffnet im neuen Fenster). "Während Jeff Bezos Preise bekommt, erhalten die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon nicht einmal das, was ihnen zusteht: Die Gehälter und Löhne nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels", sagte Silke Zimmer, Verdi-Landesfachbereichsleiterin für den Handel in Nordrhein-Westfalen. "Die Beschäftigten bei Amazon leisten gute und harte Arbeit und erwarten dafür keine Preise."
Gestreikt wird an den Standorten Leipzig, Werne, Rheinberg, Bad Hersfeld, Koblenz und Graben. Amazon-Sprecher Michael Schneider kommentierte den Arbeitskampf und die Proteste in der üblichen Sprachregelung. "Die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Amazon beweise jeden Tag, dass der Konzern auch ohne Tarifvertrag "fair und verantwortlich" sein könne. Amazon schaffe attraktive Arbeitsplätze und bezahle am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei, an allen Standorten in Deutschland mindestens 10,52 Euro brutto pro Stunde. "Darüber hinaus haben wir eine offene Unternehmenskultur und kommunizieren ständig direkt mit unseren Mitarbeitern und Betriebsräten."
Linke kritisiert Amazons Praktiken
"Dass der Axel-Springer-Verlag ausgerechnet Jeff Bezos für sein 'visionäres Geschäftsmodell' auszeichnet, ist angesichts der Arbeitsbedingungen bei Amazon der blanke Zynismus", kritisiert Pascal Meiser(öffnet im neuen Fenster), gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke. "Die Geschäftserfolge von Amazon gründen sich auf Lohndumping, permanente Kontrolle am Arbeitsplatz und Steuerflucht. "
Die Proteste finden zusammen mit der internationalen Gewerkschaftsplattform Uni Global Union und dem Schriftsteller Günter Wallraff statt.
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