Verdächtiger verhaftet: Falscher "Prinz von Dubai" von Reportern überführt
Der nigerianische Prinz gilt schon seit Jahren als Sinnbild für Betrüger , die versuchen, andere Menschen über das Internet um ihre Ersparnisse zu bringen. Einer dieser Prinzen wurde kürzlich verhaftet, nachdem Reporter ihn bei der Untersuchung eines Betrugsfalls bis zu seinem Haus in Nigeria verfolgt hatten. Er gab sich seinen Opfern gegenüber als "Kronprinz von Dubai" aus und erschlich sich damit Millionen.
Wie das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , wurde der angebliche Prinz unter anderem mit einem Betrugsfall in Verbindung gebracht, bei dem er einer Geschäftsfrau aus Rumänien eine Liebesbeziehung vortäuschte und ihr im Laufe der Zeit unter verschiedenen Vorwänden rund 2,5 Millionen US-Dollar abnahm.
Eine Geldforderung nach der anderen
Die erste Kontaktaufnahme erfolgte jeweils über Linkedin. Dort behauptete der Betrüger, er sei, "Scheich Hamdan bin Mohammed bin Rashid Al Maktoum" respektive "Kronprinz von Dubai" und vertrete eine humanitäre Stiftung der Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate.
Seinen Opfern bot der Mann zunächst für umgerechnet 1.850 Euro eine "offizielle VIP-Mitgliedschaft für humanitäre Zwecke" an. Danach forderte er weitere Zahlungen in fünfstelliger Höhe für die Aktivierung der jeweiligen Mitgliedskarten. Die bereits genannte Frau zahlte dafür 12.550 Euro, ein zweites im Bericht genanntes Opfer zahlte 10.550 Euro.
Später soll die Kommunikation mit den Frauen jeweils auf Skype und Whatsapp verlagert worden sein, wo der Betrüger versuchte, Liebesbeziehungen zu ihnen aufzubauen. Er gaukelte seinen Opfern später vor, sie persönlich besuchen zu wollen. Dafür sollten die Betroffenen jedoch weitere 42.000 Euro zahlen.
Eine teure Liebesbeziehung
Eine der beiden Frauen stieg an dieser Stelle aus und leistete keine weiteren Zahlungen. Die andere soll jedoch über Jahre hinweg Tausende von Nachrichten mit dem falschen Prinzen ausgetauscht haben. Im OCCRP-Bericht ist sogar die Rede davon, dass die Frau einen angeblichen Finanzmanager des Prinzen in London getroffen habe, um diesen beim Eröffnen eines Bankkontos zu unterstützen.
Nachdem OCCRP Anfang Februar eine Videoreportage veröffentlichte(öffnet im neuen Fenster) , bei der die Reporter den mutmaßlichen Betrüger in Nigeria ausfindig gemacht hatten, wurde eben jener 31-jährige Mann wenige Tage später verhaftet. Wie mit ihm weiter verfahren wird, ist allerdings noch unklar. Den nigerianischen Behörden zufolge wurde bisher noch keine Anklage erhoben.
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