Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Verdächtiger festgenommen: Mann zielt mit grünem Laser auf Passagierflugzeug

Der Angriff fand bei einem Landeanflug in Baden-Württemberg statt. Inzwischen konnten Strafverfolger einen 50-jährigen Verdächtigen ermitteln.
/ Marc Stöckel
74 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Grüne Laserstrahlen (Symbolbild) (Bild: pixabay.com / SD-Pictures)
Grüne Laserstrahlen (Symbolbild) Bild: pixabay.com / SD-Pictures

Ein 50-jähriger Mann aus Baden-Württemberg hat offenbar im August versucht, die Piloten eines Passagierflugzeugs mit mehr als 180 Fluggästen beim Landeanflug mit einem Laserstrahl zu blenden. Wie aus einer Pressemitteilung des Offenburger Polizeipräsidiums(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, konnte der Tatverdächtige nach einem Presseaufruf ermittelt werden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung seien zudem Beweismittel aufgefunden worden.

Der Angriff fand den Angaben zufolge in den späten Abendstunden des 21. August beim Landeanflug der besagten Maschine auf den Baden Airpark im Großraum Kehl statt. Das Flugzeug sei zweimal mit einem grünen Laserstrahl anvisiert worden, heißt es. Der erste Strahl sei um 22:38 Uhr beobachtet worden, der zweite um 22:49 Uhr. Mehrere Zeugen hätten sich nach dem Presseaufruf gemeldet und diese Beobachtung bestätigt.

Zu einer Blendung oder Gesundheitsschädigung des Piloten sei es bei dem Angriff nicht gekommen, da er den Blick rechtzeitig abgewendet habe, erklärt das Polizeipräsidium weiter. Von dem zweiten Laserstrahl habe der Co-Pilot zudem eine Videoaufnahme erstellen können. Auf deren Grundlage konnten die Ermittler im Anschluss den Ausgangspunkt des Strahls auf den Bereich Kehl/Neumühl eingrenzen.

Angreifern drohen mehrjährige Haftstrafen

Die Fluggäste, die Flugsicherheit sowie das Bodenpersonal seien durch den Angriff nicht gefährdet gewesen, heißt es in der Mitteilung. Dennoch betont die Polizeibehörde, dass "ein derart unverantwortliches Verhalten ein hohes Risiko für den Piloten" sowie auch für das gesamte Flugzeug berge. Den Angaben nach droht dem 50-Jährigen für den "gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr" eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Laserattacken auf den Luftverkehr sind derweil keine Seltenheit. Auch die Bundespolizei gab im vergangenen Jahr eine Warnung heraus(öffnet im neuen Fenster) , laut der es regelmäßig zu entsprechenden Angriffen auf Piloten der Behörde kommt. Demnach sollen von 2020 bis 2022 insgesamt 27 Laserangriffe auf die Hubschrauberbesatzungen der Bundespolizei erfasst worden sein.

Auch über die möglichen Folgen klärt die Behörde auf: Neben gesundheitlichen Schädigungen wie Verbrennungen der Netzhaut könne es zu einer Einschränkung des Sichtfelds oder Desorientierung der Piloten kommen. "Insbesondere nachts, wenn sich die Augen an die Lichtverhältnisse angepasst haben und das Licht im Cockpit stark gedimmt ist, können Blendungen zu einem zeitweisen Verlust der Nachtsicht führen" , so die Bundespolizei. Ein Kontrollverlust über das Flugobjekt ist dadurch möglich.


Relevante Themen