Verbündete profitieren: Ukraine bietet Zugriff auf Kampfdaten für KI-Training

Der neue ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov hat angekündigt, dass verbündete Staaten künstliche Intelligenz mit echten Gefechtsdaten aus dem Ukraine-Krieg trainieren dürften. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) . Die Maßnahme ist ein Teil der Militärreformen, die der ehemalige ukrainische Digitalisierungsminister angestoßen hat.
Seit Februar 2022 sammelte die Ukraine nach eigenen Angaben umfangreiche Informationen vom Schlachtfeld. Dazu gehören systematisch erfasste Kampfstatistiken und Millionen Stunden Drohnenaufnahmen. Fedorov bezeichnete diese Datensammlung bereits als Verhandlungsinstrument.
KI soll Zielsysteme, Vorhersagen und die operative Planung verbessern
Nach Ansicht des Ministers sind solche realitätsnahen Informationen für die Entwicklung militärischer KI-Systeme unerlässlich. Machine-Learning-Modelle benötigen große Datenmengen, um Einsatzmuster zu erkennen und Vorhersagen über das Verhalten auf dem Schlachtfeld zu treffen. KI-Modelle, die mit echten Gefechtsdaten trainiert wurden, sollen Zielsysteme, Vorhersagen und die operative Planung verbessern.
Die geplante Maßnahme würde verbündeten Ländern Zugang zu ukrainischen Gefechtsdaten für KI-Entwicklungszwecke gewähren. Details zu Datenaustauschprotokollen, Sicherheitsmaßnahmen oder teilnehmenden Nationen nannte der Minister nicht.
Zusammenarbeit mit Palantir und Forschungsinstituten
Das ukrainische Verteidigungsministerium nutzt derzeit Technologie von Palantir, einem US-Unternehmen für Datenanalyse und KI-Anwendungen. Fedorov kündigte an, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern auszubauen. Unterstützung kommt von mehreren Forschungseinrichtungen, darunter dem Center for Strategic and International Studies und der RAND Corporation in den USA sowie dem britischen Royal United Services Institute.