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VDA hält Quoten für "völlig realitätsfremd"

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete den Vorschlag zur Dienstwagenflotte als "völlig realitätsfremd" . Die Vorstellungen lehne der VDA "entschieden ab, da sie mit Blick auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur und den Preisen an den Ladesäulen nicht den zentralen Herausforderungen beim Hochlauf der Elektromobilität gerecht werden" . Damit die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugflotten gelinge, sei "in erster Linie eine leistungsfähige Lade- und H 2 -Tankinfrastruktur entscheidend" .

Scharfe Kritik kam auch vom scheidenden BMW-Chef Oliver Zipse. "Es ist absurd, dass die EU-Kommission Technologieneutralität zum Leitprinzip erklärt – aber gleichzeitig über die Flottenregulierung in wichtigen Märkten doch ein Verbrennerverbot durch die Hintertür erzwingt" , sagte er dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) (Paywall).

Die 95-Prozent-Quote für Deutschland geht seiner Ansicht nach "komplett an der Marktrealität und an den Bedürfnissen der Kunden vorbei" . Die EU-Kommission nehme sich mit dem Vorschlag "selbst aus der Pflicht und wälzt stattdessen die Verantwortung auf die Mitgliedstaaten, die Hersteller und die Unternehmen als Flottenbetreiber ab" , sagte Zipse. Das sei "ausgesprochen bedenklich" .

Union lehnt Quote ab

Kritik an den Plänen kam zudem aus den Reihen der Union. "Über den Vorschlag der EU-Kommission für gewerbliche Fahrzeugflotten kann man nur den Kopf schütteln" , sagte Gitta Connemann, Chefin der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), dem Magazin Politico und fügte hinzu: "Neue gesetzliche Quoten für Fahrzeugtypen in gewerblichen Flotten lehnen wir ab. Quoten und Regulierung führen nicht zu einem Hochlauf der Elektromobilität. Und schaden dem deutschen Mittelstand."

Sowohl das Europaparlament als auch die EU-Mitgliedstaaten müssen den Vorschlägen der Kommission noch zustimmen. Deutschland dürfte dabei auf den Widerstand von Ländern wie Frankreich und Spanien treffen. Diese hatten sich zuletzt dafür eingesetzt, am Verbrennerverbot ab 2035 festzuhalten.


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