Verbrenner statt Brennstoffzelle: Rekordfahrt mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor geplant
Der britische Baumaschinenhersteller JCB(öffnet im neuen Fenster) hat das fast 10 m lange Fahrzeug JCB Hydromax vorgestellt. Es soll in Kürze auf einem Salzsee in Utah (USA) den bisherigen Geschwindigkeitsrekord für ein mit Wasserstoff betriebenes Fahrzeug brechen.
Eine erste nennenswerte Bestmarke stellte BMW im Jahr 2004 mit 302 km/h auf. Ein Team der Ohio State University hält den Weltrekord mit derzeit fast 500 km/h. JCB plant, die Marke von 350 Meilen pro Stunde, mindestens 560 km/h, deutlich zu übertreffen. Einen solchen Rekord erreichte das Unternehmen bereits mit einem dieselbetrieben Rennwagen.
Erfahrung ist also vorhanden. Bei ersten Testfahrten mit dem Hydromax sollen auf einem Flugfeld knapp 300 km/h erreicht worden sein. Allerdings sind die Bedingungen für eine Rekordfahrt auf den amerikanischen Salzseen deutlich besser.
Keine Brennstoffzelle, ein Verbrenner
Die eigentliche Besonderheit ist der verwendete Antrieb. Den Angaben von JCB zufolge wird der Hydromax von zwei nur leicht modifizierten Verbrennungsmotoren für Wasserstoff angetrieben, die zukünftig in den Baggern des Herstellers eingesetzt werden sollen.
Die Motoren stellte JCB erst im Frühjahr vor. Das Unternehmen geht mit der Rekordfahrt auf eine eigenwillige Werbetour, um zu demonstrieren, dass die Kolbenmotoren mit Wasserstoffverbrennung auch bei maximaler Belastung halten.
Denn die Schwierigkeit bei der direkten Verbrennung von Wasserstoff liegt in der viel höheren Hitze und der etwa zehnmal schnelleren Verbrennungsreaktion des Wasserstoffs im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen. Laut JCB muss jede Sekunde ein Liter Kühlflüssigkeit durch das Aggregat gepumpt werden.
Wasserstoffmotoren werden konkurrenzfähig
Mittlerweile haben mehrere Hersteller mehr oder weniger serienreife Verbrennungsmotoren für Wasserstoff vorgestellt. Bei einer MAN-Tochter befindet sich ein Schiffsmotor auf dem Teststand. Der finnische Hersteller Wärtsilä hat einen 10 Megawatt starken Motor mit dem spanischen Stromnetz gekoppelt, um seine Backup-Fähigkeiten zu prüfen. Bei JCB ist es ein Baggermotor.
Im Vergleich zu Brennstoffzellen haben diese Motoren den Vorteil, dass sie bei gleicher Größe deutlich mehr Leistung bereitstellen können und sich viele bekannte Prinzipien aus der Motorenherstellung übernehmen lassen.
Ganz emissionsfrei arbeiten sie jedoch nicht. Vor allem reagiert Stickstoff aus der Luft zu Stickoxid. Auch verbrennt Schmiermittel in geringem Maße. Im Vergleich zu einem Benzin- oder Dieselmotor sind die Mengen jedoch gering.
Gut möglich also, dass die klimaschonende Alternative zu klassischen Verbrennungsmotoren bei Zugmaschinen, Landmaschinen, Schiffen und Baufahrzeugen ein Verbrennungsmotor ist.
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