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Verbrenner nicht gefragt: E-Auto-Boom sorgt für lange Gesichter in Wolfsburg

Die Nachfrage nach E-Autos zieht kräftig an, schneller als VW geplant hat. Während die Werke in Emden und Zwickau aufdrehen, streicht das Stammwerk Sonderschichten.
/ Andreas Donath
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VW-Werk in Wolfsburg (Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)
VW-Werk in Wolfsburg Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Volkswagen passt seine Produktionsplanung an die veränderte Nachfrage auf dem Automarkt an. Weil die Bestellungen für Elektroautos spürbar zunehmen, entfallen im Stammwerk Wolfsburg geplante Sonderschichten, berichtet die Automobilwoche(öffnet im neuen Fenster). Dort werden bislang ausschließlich Modelle mit Verbrennungsmotor gefertigt.

Infolgedessen dürfte der Standort in diesem Jahr weniger Fahrzeuge produzieren als ursprünglich angenommen. Statt mehr als 600.000 Einheiten wird nach jetzigem Stand voraussichtlich das Vorjahresniveau von rund 580.000 Fahrzeugen erreicht. Gleichzeitig steigt die Auslastung in den reinen Elektro-Werken Emden und Zwickau.

Wendepunkt bei der Elektromobilität

Vertriebsvorstand Martin Sander spricht laut Automobilwoche von einem deutlichen Anstieg der Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland und anderen Ländern Europas. Er wertet dies als Wendepunkt in der Transformation des Automobilmarkts, der unter anderem durch hohe Preise für Benzin und Diesel begünstigt werde.

Die Kehrseite dieser Entwicklung ist eine geringere Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Aus diesem Grund würden die Produktionsprogramme in den Werken angepasst, hieß es aus Konzernkreisen. Zuletzt hatte der Wolfsburger Hersteller bereits seine Prognose gekappt.

VW wurde von der Dynamik offenbar teilweise überrascht. Für 2026 war der Konzern eigentlich von einem langsameren Hochlauf der Elektromobilität ausgegangen und reagiert nun auf die, wie es intern heißt, veränderte Marktsituation.

Zusatzschichten in Emden und Zwickau

In Emden sind wegen der erhöhten Nachfrage mindestens zwei Sonderschichten für die Fertigung des ID.7 eingeplant. Zwickau profitiert derweil von einer besseren Auftragslage beim ID.3 Neo, was die derzeit bestehende Unterauslastung verbessern dürfte. Reguläre Sonderschichten sind in Sachsen vorerst allerdings nicht vorgesehen.

In Emden wird zudem der ID.4 gebaut, der demnächst als ID. Tiguan eine deutliche Auffrischung erhält. In Zwickau läuft neben dem ID.3 Neo auch das Audi-SUV Q4 E-Tron vom Band.

Die meisten Bestellungen entfallen jedoch auf Elektromodelle, die nicht in Deutschland produziert werden. Dazu zählen der ID. Polo, der Cupra Raval, der Skoda Epiq und der ID. Cross aus der sogenannten Urban Electric Car Family.

Mehr als 100.000 Vorbestellungen

Für diese vier Modelle liegen nach Konzernangaben mehr als 100.000 Vorbestellungen vor. Allein auf den elektrischen Polo entfallen davon mehr als 40.000. Gefertigt werden die Fahrzeuge in den spanischen Werken Martorell und Pamplona: In Martorell entstehen der ID. Polo und der Cupra Raval, in Pamplona der ID. Cross und der Skoda Epiq.

Gemessen an den Auftragseingängen verkauft Volkswagen in Deutschland derzeit mehr reine Elektroautos als Verbrenner. Allerdings dürfte der Konzern an dieser Entwicklung weniger verdienen, da der Gewinn je Elektroauto geringer ausfällt als bei vergleichbaren Modellen mit Verbrennungsmotor.


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