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Verbrenner-Aus: Die Gefahren der Technologieoffenheit

Ohne das Verbrenner-Aus dürfte sich der Hochlauf der E-Mobilität stark verlangsamen. Zu viele Antriebsversionen könnten auch die Hersteller überfordern.
/ Friedhelm Greis
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Der Verzicht auf das Verbrenner-Aus verlängert die Abhängigkeit von Benzin und Diesel. (Bild: Nadja Wohlleben/Reuters)
Der Verzicht auf das Verbrenner-Aus verlängert die Abhängigkeit von Benzin und Diesel. Bild: Nadja Wohlleben/Reuters
Inhalt
  1. Verbrenner-Aus: Die Gefahren der Technologieoffenheit
  2. Automanager warnt vor Technologieoffenheit

Ein Verzicht auf das geplante Verbrenner-Aus in der EU ab 2035 hätte spürbare Folgen für den Hochlauf der E-Mobilität und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Das geht aus einer Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hervor, die am 18. Mai 2026 veröffentlicht wurde(öffnet im neuen Fenster).

So würden zwischen 2025 und 2050 die CO2-Emissionen europäischer Pkw um zusätzlich 1,1 bis 2,2 Milliarden Tonnen ansteigen. Gleichzeitig müsste "allein Deutschland zwischen 2026 und 2035 zusätzlich Öl im Wert von 7 bis 15 Milliarden Euro importieren, weil weniger E-Autos im Einsatz wären", heißt es in der Mitteilung.

Bundesregierung will Verbrenner-Aus stoppen

Hintergrund der Analyse sind Pläne der Bundesregierung, die europäischen Klimaschutzvorgaben im Verkehr weitgehend zu Fall zu bringen. Darauf verständigten sich Union und SPD Mitte April 2026. Damit will die Regierung unter anderem erreichen, dass nach dem Jahr 2035 weiterhin Verbrennerfahrzeuge in der EU neu zugelassen werden können.

Zudem will sie die für 2027 vorgesehene Verschärfung bei den CO2-Werten der hybriden Fahrzeuge (Utility Factor) verhindern. Die Einführung von Supercredits für kleine Elektrofahrzeuge sowie eine forcierte Elektrifizierung von Firmenflotten werden abgelehnt.

Laut T&E würde der Anteil der Neuzulassungen von vollelektrischen Autos (BEV) durch die Vorschläge der Bundesregierung deutlich sinken. Die Höhe des Rückgangs hängt davon ab, inwieweit sämtliche Vorschläge der Koalition(öffnet im neuen Fenster) (PDF) tatsächlich in der EU übernommen würden. Bei einer vollständigen Übernahme würde der Anteil vollelektrischer Autos auf 53 Prozent sinken. Bei einer abgeschwächten Übernahme wären es noch 76 Prozent.

T&E: Falsche Reaktion auf die Ölkrise

Beide Werte sind von der ursprünglich geplanten 100-Prozent-Quote weit entfernt. Aktuelle Vorschläge der EU-Kommission gehen laut T&E noch von einem Anteil von 85 Prozent aus. "Bereits bis 2030 würde der BEV-Anteil lediglich 29 bis 43 Prozent erreichen, verglichen mit 47 Prozent im Kommissionsvorschlag", heißt es weiter.

Die aktuellen Flottengrenzwerte würden demnach zwischen 2026 und 2035 Einsparungen von rund 570 Millionen Barrel Rohöl ermöglichen. Davon würden 85 bis 180 Millionen Barrel durch den deutschen Vorschlag hingegen zusätzlich verbraucht. "Wir erleben die größte Ölkrise seit 50 Jahren, doch anstatt den Verbrauch zu senken, würden die Vorschläge der Bundesregierung zu Milliarden an Mehrausgaben für zusätzliche Ölimporte führen", sagte Sebastian Bock, Geschäftsführer von T&E Deutschland.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei der Vorstellung der Pläne gesagt, dass diese "identisch" mit den Forderungen der deutschen Autoindustrie seien. Doch aus der Industrie selbst kommen Warnungen, dass die Technologieoffenheit die Hersteller überfordern und deren Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnte.


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