Automanager warnt vor Technologieoffenheit
So sagte der langjährige Mercedes-Manager Harald Schlarb, der von 2020 bis 2022 auch Teslas Gigafactory in Grünheide mit aufbaute, dem Portal Elektroauto-News(öffnet im neuen Fenster): "Wer gleichzeitig Verbrenner, Hybriddiesel, Hybridbenzin, Wasserstoff und rein elektrische Antriebe in der Entwicklung hält – zuzüglich aller Sonderausstattungsvarianten -, und dazu jedes einzelne Teil 30 Jahre lang ersatzteilpflichtig halten muss, der bewegt sich auf ein wirtschaftliches Problem zu, das sich nicht wegoptimieren lässt. Die Kosten steigen, die Preise steigen, die Stückzahlen sinken. Das ist keine Prognose, das ist Arithmetik."
Seiner Ansicht nach werden europäische Hersteller in den kommenden zehn Jahren vom Markt verschwinden, nicht wegen fehlender Talente oder schlechter Produkte, "sondern weil sie sich in eine Kostenspirale manövriert haben, aus der kein Weg mehr herausführt". Schlarb warnte: "Verbrenner, Hybrid, Wasserstoff und Elektro parallel weiterzuentwickeln klingt nach Flexibilität, ist aber in der Praxis eine Ressourcenfalle. Jede Antriebsgeneration braucht eigene Ingenieure, eigene Entwicklungsbudgets, eigene Produktionslinien."
Laut Schlarb werden Unternehmen, die sich auf eine Antriebsform fokussieren, in zehn Jahren noch eigenständig am Markt agieren. "Und diese Antriebsform ist Elektro – daran ändert auch die aktuelle politische Debatte nichts", sagte der Automanager. Denn die Sonne liefere mehr Energie, "als wir je verbrauchen können".
Im Laufe dieses Jahres ist der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen bereits deutlich angestiegen, zuletzt auf mehr als 25 Prozent. Einen weiteren Schub könnte die neue Elektroautoförderung liefern, die am 19. Mai 2026 freigeschaltet wurde. Damit ist eine Fördersumme von bis 6.000 Euro für den Kauf oder das Leasing von Neuwagen möglich. Plug-in-Hybride und E-Autos mit Range Extender werden mit bis zu 4.500 Euro bezuschusst.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Grundlagen und Praxis bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.