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Verbraucherzentrale: Verseuchte Produkte trotz EU-Warnung im Onlinehandel

Ein mit Blei verseuchtes Kuscheltier ist trotz jahrelanger Warnungen weiter im Onlinehandel erhältlich. Amazon, Ebay, Temu, Otto und Ali Express kontrollieren laut VZBV nicht ausreichend.
/ Achim Sawall
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DHL-Lager im Jahr 2023 (Bild: Roger Hagmann / DHL Group)
DHL-Lager im Jahr 2023 Bild: Roger Hagmann / DHL Group

Gesundheitsschädliche Artikel werden teilweise noch jahrelang online verkauft, obwohl offizielle Warnungen der EU vorliegen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat die EU-Datenbank ausgewertet, in der Onlinemarktplätze Amazon, Ebay, Temu, Otto und Ali Express ihre Produktlöschungen dokumentieren müssen. Produkte, für die es bereits offizielle Sicherheitswarnungen gibt, werden demnach massenhaft weiterhin online verkauft, weil das System lückenhaft ist.

Die fünf größten Shopping-Plattformen in Deutschland entfernten allein im November 2025 fast 70 Millionen Artikel. 30 Millionen davon wurden als "unsicher" oder "verboten" eingestuft.

Eine Masse an Angeboten könne online gestellt werden, obwohl diese gegen Gesetze oder Plattformregeln verstießen. "Wir haben zum Beispiel ein mit Blei verseuchtes Kuscheltier gefunden, das online angeboten wurde, obwohl bereits seit fast drei Jahren eine Warnung vorlag", sagte(öffnet im neuen Fenster) Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands am 4. Mai 2026.

Sicherheitswarnungen früher einsetzen

Die Europäische Kommission müsse nachbessern: Plattformbetreiber sollten alle Angebote mit den offiziellen Sicherheitswarnungen abgleichen, bevor die Produkte online gehen. Unsichere Produkte dürften gar nicht erst zum Verkauf angeboten werden. Auch die Produkte, die bereits online sind, müssen regelmäßiger überprüft werden, als das bisher der Fall ist, erklärte Pop.

Alle gelöschten Inhalte müssen in der DSA-Transparenzdatenbank veröffentlicht werden. Der Verbraucherschützer untersuchten die Datenbankeinträge nun genauer. Die EU schreibt Online-Marktplätzen vor, ihre Angebote stichprobenartig mit den Warnungen im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate abzugleichen. Doch in der Praxis erfolgt die Prüfung erst nach der Veröffentlichung eines Angebots. Deshalb würden auch Produkte zum Kauf angeboten, für die bereits Warnmeldungen vorliegen.

Zudem gebe es keine klaren Regeln, wie häufig der Abgleich mit dem Safety Gate stattfinden muss. "Eine nachgelagerte stichprobenartige Überprüfung der Angebote reicht offensichtlich nicht aus. Kontaminierte Kleidung, gefährliche Elektronikartikel oder unsicheres Kinderspielzeug werden weiterhin jeden Tag verkauft. Die Europäische Kommission muss endlich wirksame Maßnahmen einführen", betonte Pop.

VZBV: Transparenzdatenbank führt nicht zu Transparenz

Von den knapp 70 Millionen gelöschten Produkten gaben die Plattformen bei fast 30 Millionen an, ein unsicheres oder verbotenes Produkt entfernt zu haben. Die anderen fast 40 Millionen verstießen anderweitig gegen die Geschäftsbedingungen der Plattformen.

Bei den unsicheren oder verbotenen Produkten wurde lediglich bei 759 Meldungen auf eine konkrete Warnung im Safety Gate verwiesen. Auch fehlten in der Transparenzdatenbank grundsätzlich Informationen zum gelöschten Inhalt. Dadurch bleibe unklar, ob das Produkt auf anderen Plattformen weiter angeboten wird.

"Die Masse an Löschmeldungen zeigt, dass Plattformen durchaus in der Lage sind, unsichere Produkte ausfindig zu machen und diese zu entfernen. Allerdings liefern sie immer wieder unzureichende Angaben zu ihren Entscheidungen. Die Europäische Kommission muss klare Regeln für die Datenangabe aufstellen, sonst bleibt die Transparenzdatenbank ein Datenfriedhof", sagte Pop.

Seit dem Jahr 2023 müssen große Online-Plattformen in der Europäischen Union ihre Inhaltsmoderationsentscheidungen in die öffentliche DSA-Transparenzdatenbank eintragen. Die empirische Auswertung basiert auf den begründeten Moderationsentscheidungen, die von den fünf meistbesuchten Online-Marktplätzen in Deutschland zwischen dem 1. und 30. November 2025 in die DSA-Transparenzdatenbank gemeldet wurden.


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