Verbraucherzentrale: Regulierungsfreiheit für Glasfaser bringt Preissteigerung

Die Verbraucherzentrale hat untersuchen lassen, was die Aufhebung der Regulierung für den Glasfaserausbau bringt. Ergebnis: Höhere Preise wegen fehlendem Wettbewerb für FTTH/B.

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Netzausbau bei 1&1 Versatel
Netzausbau bei 1&1 Versatel (Bild: 1&1 Versatel)

Eine vollständige Deregulierung von Glasfasernetzen, wie derzeit im Bundeswirtschaftsministerium diskutiert, hätte für die Kunden negative Folgen beim Preis. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für das Recht der Netzwirtschaften, Informations- und Kommunikationstechnologie, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Auftrag gegeben hatte. Durch den Richtlinienvorschlag der EU-Kommission zum europäischen Kodex für elektronische Kommunikation bekommt dies auch europaweit aktuelle Relevanz.

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"Mögliche Änderungen des derzeitigen Ordnungsrahmens werden dabei überwiegend aus industriepolitischer Sicht diskutiert", erklärte die Verbraucherzentrale. Die Interessen der privaten Nutzer als wichtiger Nachfrager solcher Anschlüsse würden bislang vernachlässigt.

Eine Deregulierung hätte voraussichtlich zur Folge, dass die Anzahl der Anbieter auf der Infrastruktur- und Diensteebene reduziert würde, heißt es in der Studie. In weiten Teilen des Bundesgebietes bestünde sogar die Gefahr einer Remonopolisierung oder des Entstehens sehr enger Oligopole. Insbesondere wären durch geringeren Wettbewerbsdruck höhere Verbraucherpreise wahrscheinlich.

Verbraucherzentrale lehnt sogar Open Access ab

Auch ein Regulierungsverzicht für Koinvestitionen nach dem Open-Access-Modell würde ebenfalls mit relativ großer Sicherheit negative Auswirkungen auf den Wettbewerb haben, was sich vor allem auf die Preise und die Penetration der Glasfaseranschlüsse niederschlagen würde.

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Die Telekom arbeitet zusammen mit den Stadtnetzbetreibern daran, Regulierungsausnahmen für den reinen Glasfaserausbau zu erhalten. Der größte deutsche Festnetzbetreiber erwartet, damit erfolgreich zu sein. Dann ist von der Telekom ein größeres Angebot für den Ausbau echter Glasfaser in Deutschland zu erwarten. Der Ausbau mit Glasfaser bis zu den Haushalten (FTTH) beziehungsweise bis zu den Gebäuden (FTTB) müsse aus der Regulierung herausgenommen werden. So fordern es auch sechs weitere Unternehmen, die maßgeblich in den Glasfaserausbau investieren: Deutsche Glasfaser, EWE, M-Net, Netcologne, die Stadtwerke Neumünster und Wilhelm.tel.

Wenn Dritten ein Zugang zu Dark Fiber oder zu passiver Infrastruktur für den Zugang zum Endnutzer auf Grundlage kostenorientierter Entgelte gewährt werde, wäre eine Refinanzierung der Investitionen nicht möglich. Damit würden ausschließlich Trittbrettfahrer gefördert, hatte Wilhelm.tel erklärt.

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