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Verbraucherzentrale: Onlineplattform Wish sperrt immer mehr Kunden aus

Wer von Wish gesperrt wird, kann offene Bestellungen nicht mehr widerrufen. Eine Lösung ist nur mit weiteren Käufen möglich.
/ Achim Sawall
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Dubioser Anbieter Wish (Bild: Wish/Screenshot: Golem.de)
Dubioser Anbieter Wish Bild: Wish/Screenshot: Golem.de

Der umstrittene Online-Marktplatz Wish greift in Deutschland verstärkt zu Kontensperrungen. Wie die Verbraucherzentrale Brandenburg am 14. August 2019 berichtet(öffnet im neuen Fenster) , verlieren die Kunden dabei ohne Vorwarnung den Zugang zum Kundenservice und damit die Möglichkeit, offene Bestellungen zu widerrufen oder zu reklamieren.

"Dein Konto wurde wegen übermäßig vieler Rückerstattungen markiert" , heißt es in der Nachricht, die laut Verbraucherzentrale seit einiger Zeit immer mehr Wish-Kunden erhalten. Der Anbieter wirft einem Teil seiner Kunden vor, die "großzügigen Rückerstattungs- und Rückgaberichtlinien" zu missbrauchen. Einige Verbraucher berichten, vor ihrer Sperrung nur einen Kauf zurückgesendet zu haben. Rücksendungen sind aber grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen gesetzlich erlaubt. Widerrufe und Rücksendungen wegen minderwertiger Qualität, falscher Größenangaben oder abweichender Produktbeschreibungen kämen bei Wish aber häufig vor. Das hätten Testkäufe der Verbraucherschützer im vergangenen Jahr sowie Verbraucherbeschwerden bei den Verbraucherzentralen ergeben.

"Ist das Kundenkonto einmal von Wish markiert, haben Verbraucher keine Möglichkeit mehr, noch offene Bestellungen zurückzusenden, Mängel zu reklamieren oder etwa verlorengegangene Lieferungen zu melden" , sagte Kirsti Dautzenberg, Teamleiterin Marktwächter Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Kunden laufen somit bei jeder Bestellung Gefahr, dass Wish sie daran hindert, ihre Käuferrechte wahrzunehmen."

Wish ruft seine Kunden dazu auf, trotz Sperrung des Kundenservices weiter auf der Plattform einzukaufen. Nur durch weitere Käufe können Verbraucher den "guten Ruf" ihres Kontos wiederherstellen und den Zugang zum Kundensupport reaktivieren.

Doch Wish ist kein typischer Onlineshop: Die eigentlichen Verkäufer sitzen laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen häufig in China . Beim Kauf von drei identischen Teilen werden mitunter auch drei Mal Versandkosten fällig. Zudem können Steuern, Versand- und Zollgebühren den Gesamtbestellwert stark in die Höhe treiben. Zahlungsaufforderungen kämen oft sehr schnell vom Rechnungsdienstleister Klarna per E-Mail. In einigen Fällen sei die Zahlungsaufforderung wegen der langen Lieferzeit sogar schon eingetroffen, bevor die bestellte Ware ankam.


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