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Verbraucherzentrale: Onlinehändler ändern ihre Preise mit der Tageszeit

Bei einem Smartphone des Media Markts haben 220 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten angebotenen Preis gelegen. Das hat eine Studie im Auftrag einer Verbraucherzentrale ergeben.
/ Achim Sawall
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Preise vom Media Markt (Bild: Media Markt / Screenshot: Golem.de)
Preise vom Media Markt Bild: Media Markt / Screenshot: Golem.de

Onlinehändler ändern ihre Preise ständig. Das ergab eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Brandenburg, die am 6. August 2018 vorgelegt wurde(öffnet im neuen Fenster) . 30 Prozent der Preise wurden demnach teils mehr als verdoppelt.

15 von 16 untersuchten Onlinehändlern ändern regelmäßig die Preise für Teile ihres Sortiments, das nennt sich dynamische Preisdifferenzierung. Das Team der Verbraucherzentrale ließ nach eigenen Angaben 34 Tage lang die Preise ausgewählter Händler beobachten und fand bis zu 32 Änderungen für ein Produkt. Mehr als jedes dritte untersuchte Produkt war Preisschwankungen ausgesetzt.

Knapp zwei Drittel der variierten Preise änderten sich bis zu drei Mal, 36 Prozent 4 bis 15 Mal und 4 Prozent bis zu 32 Mal.

30 Prozent der Preise wurden teils mehr als verdoppelt

Bei der Höhe der Preisanpassungen ergaben sich ebenfalls große Unterschiede: 30 Prozent der Preise wurden teils mehr als verdoppelt. Im Falle eines Handys des Media Markts lagen 220 Euro zwischen dem niedrigsten und dem höchsten angebotenen Preis.

Beim Onlinehändler ATU waren im Untersuchungszeitraum Autobatterien oder Reifen jeweils am Vormittag teils bis zu 30 Prozent teurer als am vergangenen Nachmittag. Bei den Versandapotheken Doc Morris und Sanicare gingen an einzelnen Tagen Preissenkungen mit Preiserhöhungen einher.

"Der Kunde kann nicht einschätzen, ob er bei seinem Kauf gerade spart oder draufzahlt" , erklärte die Teamleiterin der Marktwächter bei der Verbraucherzentrale, Kirsti Dautzenberg. Die Ergebnisse der Untersuchung seien mit Sekundäranalyse und empirischer Datenerhebung erstellt worden. Für die Datenerhebung wurden 1.133 Produktpreise bei 16 Onlinehändlern untersucht. Die Auswahl der Händler erfolgte auf Basis von Branche und Umsatz. Die empirische Preiserhebung wurde vom 31. Januar bis zum 5. März 2018 durch Tripuls Media Innovations durchgeführt.


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