Verbraucherzentrale: Nutzer bezahlen wegen zu niedriger Datenrate zu viel

Die Verbraucherzentrale hat mit einem Python-Skript ausgerechnet, wie viel Nutzer des Messtools der Bundesnetzagentur zu viel bezahlen. Es lohnt sich für die Netzbetreiber.

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Das Messtool ist allgemein anerkannt.
Das Messtool ist allgemein anerkannt. (Bild: Bundesnetzagentur/Screenshot: Golem.de)

Nutzer zahlen pro Monat teilweise zweistellige Beträge zu viel, wenn sie weniger als 50 Prozent der vereinbarten Download-Geschwindigkeit erhalten. Das ergaben Berechnungen der Verbraucherzentrale Bundesverband (Vzbv) auf Grundlage der Messungen der Bundesnetzagentur, die am 10. November 2021 veröffentlicht wurden. "Die Untersuchung zeigt exemplarisch, dass Verbraucher oft viel Geld ohne entsprechende Gegenleistung zahlen", sagte Kathrin Steinbach, Referentin im Team Marktbeobachtung Digitales des Vzbv.

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Dies könnte sich mit dem neuen Minderungsrecht im Rahmen der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) ändern, dass ab dem 1. Dezember 2021 gilt. Auf das Minderungsrecht können sich Verbraucher im Falle von erheblichen oder regelmäßigen Abweichungen bei der Datenrate zwischen der tatsächlichen und der vertraglich vereinbarten Leistung der Internetanbieter berufen.

Bei der Deutschen Telekom zahlen Nutzer von Internetzugängen mit 2 bis unter 50 MBit/s laut Messtool mehr als 30 Prozent zu viel, im Schnitt mindestens 9,25 bis 15,90 Euro monatlich. Berechnet wurde mit einem selbst geschriebenen Python-Skript der Verbraucherschützer.

Aber auch bei 200 bis unter 500 MBit/s erhalten 30 Prozent der Verbraucher nicht einmal 37,7 Prozent der versprochenen Leistung. Das bedeutet beim Tarif Magenta Zuhause XL 250, der über eine Laufzeit von 24 Monaten pro Monat durchschnittlich 46,20 Euro kostet, dass Betroffene monatlich mindestens 28,78 Euro zu viel zahlen.

Internetanbieter kassieren Millionen Euro zu viel

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In der niedrigen Klasse von acht bis unter 18 MBit/s bei Vodafone erhalten 50 Prozent der Kunden nicht einmal 60,8 Prozent der Leistung und zahlen mindestens 8,82 Euro monatlich zu viel. Bei 200 bis unter 500 MBit/s bekommen 30 Prozent der Nutzer nur ein Drittel der Leistung, was monatlich mindestens 20,00 bis 26,67 Euro zu viel kostet.

Bei 1&1 bezahlt die Hälfte bei acht bis unter 18 MBit/s 38,4 Prozent zu viel, das sind monatlich mindestens 8,64 Euro bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten oder 11,52 Euro bei einer Laufzeit von drei Monaten. Im Bereich 200 bis unter 500 MBit/s bekommen 50 Prozent weniger als zwei Drittel der Leistung und zahlen mindestens 14,60 Euro zu viel.

Bei Telefónica, das wie 1&1 über kein eigenes Festnetz verfügt, ist es der mittlere Bereich von 25 bis unter 50 MBit/s, wo 50 Prozent weniger als die Hälfte und 30 Prozent weniger als ein Drittel des zugesagten Downloads erhalten. Sie zahlen somit jeden Monat mindestens 16,04 Euro beziehungsweise 21,08 Euro zu viel.

Die Angaben seien jedoch nicht allgemeingültig, weil Nutzer, die mit ihrer Datenrate zufrieden seien, seltener das Messtool der Behörde benutzen würden, wenden die Netzbetreiber ein.

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Leberwurst69 13. Nov 2021 / Themenstart

Genau so ist das. Erstaunlich ist dass diejenigen, die sich darüber beschweren, dann auch...

gdh 11. Nov 2021 / Themenstart

wäre doch toll, wenn man in dem artikel auch das tool verlinken würde.

PrinzessinArabella 11. Nov 2021 / Themenstart

internet ist extrem günstig für die leistung, ich habe als studen eine 4stellige summe...

purerzufall 11. Nov 2021 / Themenstart

Und essig ist's mit dem aussagekräftigem Ergebnis (ja, auch bei mehreren Messungen über...

Rolf Schreiter 11. Nov 2021 / Themenstart

Ja

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