Verbraucherzentrale Hamburg: Vodafones Drückertrupps haben weiter Verträge untergeschoben

Verbraucherschützer haben Ordnungsgelder gegen Vodafone durchgesetzt, weil von Drückerkolonnen weiterhin Verträge untergeschoben wurden. Das gab die Verbraucherzentrale Hamburg am 13. Dezember 2022 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Vodafone Deutschland muss 41.000 Euro zahlen, weil gegen ein Gerichtsurteil des Landgerichts München I verstoßen wurde.
Demnach darf Vodafone Verbrauchern keinen Vertragsabschluss über das Produkt Red Internet & Phone Cable und/oder das Produkt Vodafone Sicherheitspaket bestätigen, wenn dies nicht von ihnen bestellt wurde. Weil man die Unterlassungspflicht mehrmals missachtete, hat die Verbraucherzentrale Hamburg Ordnungsgelder beantragt und erfolgreich beim Landgerichts München I (Aktenzeichen 1 HK O 14157/19) durchgesetzt.
Neunmal konnten die Verbraucherschützer Vodafone in den zurückliegenden Monaten Verstöße gegen das im Jahr 2020 erlassene Urteil nachweisen. Das Landgericht hatte Ordnungsgelder von 3.000 beziehungsweise 5.000 Euro pro Zuwiderhandlung verhängt. "Es ist gut, dass Vodafone seine Vergehen nun auch finanziell zu spüren bekommt" , sagte Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Bei weiteren Verstoßfällen könnte das Gericht auch höhere Ordnungsgelder verhängen. Die Strafsummen gehen an die Staatskasse.
Kater mit Internetvertrag
"Immer wieder melden sich Betroffene bei uns, die gegen Rechnungen von Vodafone vorgehen müssen, für die es keine Vertragsgrundlage gibt" , berichtete Rehberg. Im Juli 2021 wurde berichtet , dass eine Beraterin einen zusätzlichen Vertrag auf den Namen des Katers einer Vodafone-Kundin gefälscht hatte. Es folgte ein Paket mit Router, Geräten und Vertragsunterlagen für Internet, Telefon und TV für Herrn Gysmo und monatliche Rechnungen an ihn. Die Tarifentgelte ließ Vodafone Deutschland vom Bankkonto der Betroffenen abbuchen.
Vodafone-Sprecher Volker Petendorf erklärte Golem.de dazu im Sommer vergangenen Jahres: "Der selbstständigen Beraterin, die auch den Vertrag für die Katze bei uns eingereicht hatte, haben wir bereits kurz danach fristlos gekündigt. Sie ist also schon lange nicht mehr für uns tätig." Wenn ein Vertriebspartner eine Produktbestellung auslöse, die von dem Kunden definitiv nicht gewollt sei, so betrüge er damit zunächst Vodafone, um zu Unrecht Provisionen zu kassieren. Zudem werde der Vodafone-Kunde betrogen, dem Leistungen in Rechnung gestellt würden, die gar nicht bestellt wurden. Dagegen gehe Vodafone mit Maßnahmen von Abmahnungen über einen befristeten Stopp der weiteren Vermarktung bis hin zur vollständigen Beendigung der Zusammenarbeit und Einleitung von Strafverfahren vor, sagte Petendorf.
"Wir können bestätigen, dass die Verbraucherzentrale uns in den vergangenen beiden Jahren einzelne Fälle übermittelt hat, bei denen Vodafone-Kunden Rechnungen für Verträge bekommen haben, die sie nach eigenen Angaben nicht abgeschlossen hatten. Wir haben alle diese Fälle aufgearbeitet" , sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf am 14. Dezember 2022. Man habe Maßnahmen ergriffen – von Abmahnungen über einen befristeten Stopp der weiteren Vermarktung bis hin zur vollständigen Beendigung der Zusammenarbeit und Einleitung von Strafverfahren.



