Verbraucherzentrale: Freenet bucht nach Werbeanruf 545 Euro für Waipu TV ab
Freenet hat nach einem Werbeanruf einer Nutzerin jahrelang ein Abo für IPTV mit Waipu TV berechnet. Das berichtete die Verbraucherzentrale Niedersachsen(öffnet im neuen Fenster) am 6. Februar 2026. Freenet DLS kassierte demnach rund 550 Euro.
"Dieses Vorgehen entspricht leider einem bekannten Muster" , erklärte Jana von Bibra, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Nach einem Werbeanruf zu einem kostenlosen Testmonat willigen Betroffene ein, unverbindlich weitere Informationen zu erhalten. Sie gehen davon aus, dass noch kein bindender Vertrag abgeschlossen ist und das Abonnement erst nach Freischaltung durch sie läuft. Später merken sie, dass ihnen bereits Kosten berechnet werden."
Die Rechtslage sei in solchen Fällen eindeutig: Ein Vertrag komme nur zustande, wenn ein bindendes Angebot ausdrücklich angenommen wird. Wenn den Dienst erst durch weitere Schritte – etwa über einen Link per SMS und eine anschließende Registrierung aktiviert werden müsse – liege noch kein Vertragsabschluss vor.
Verbraucherzentrale: Nicht erwähnter Cloudservice wird mitberechnet
Dennoch wurde Waipu TV und ein laut Verbraucherzentrale in dem Werbeanruf nicht erwähnter Cloudservice als Aufnahmespeicher über Jahre abgebucht. Dies bemerkte die Betroffene erst, als sie den Mobilfunkvertrag mit Freenet DLS kündigte. Sie widersprach den Abbuchungen für die Zusatzdienste und bekam lediglich 2,99 Euro zurück.
Erst mit Unterstützung der Verbraucherzentrale habe der Anbieter die Beträge in Höhe von 545 Euro erstattet. Freenet hat dies auch auf Anfrage von Golem bisher nicht kommentiert.
Verbraucher sollten nach Werbeanrufen ihr Kundenkonto im Blick behalten und Rechnungen oder Abbuchungen kontrollieren, rät von Bibra. Würden Auftragsbestätigungen oder Kosten für ungewollt aktivierte Zusatzdienste entdeckt, könne umgehend widersprochen und widerrufen werden. Der Anbieter muss zudem den Vertragsschluss und die Belehrung über das Widerrufsrecht nachweisen.



