Verbraucherzentrale: Dienstleister von Vodafone sollen Verträge unterschieben

Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt mehrere Fälle, in denen Vodafone-Partner Kunden abzocken wollten.

Artikel veröffentlicht am ,
Vodafone Kabelnetz
Vodafone Kabelnetz (Bild: Vodafone Deutschland)

Die Verbraucherzentrale Hamburg ist erfolgreich gegen Vodafone und Verträge vorgegangen, die Kunden nicht bestellt hatten. Das gaben die Verbraucherschützer am 18. Mai 2020 bekannt. Der Kabelnetzbetreiber arbeitet mit Partnerfirmen, die sich offenbar nicht immer an die Regeln halten.

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf sagte Golem.de: "Wenn Vertriebspartner gegen die klaren Vodafone-Richtlinien verstoßen und in Einzelfällen Verträge einreichen sowie Produktbestellungen auslösen, die von den Kunden nicht gewollt sind, gehen wir gegen diese Partner rigoros vor - von Abmahnungen bis hin zur Beendigung der Zusammenarbeit." Mit jedem Kunden solle nur dann ein Vertrag abgeschlossen werden, wenn dieser das Produkt bewusst haben und nutzen wolle. Missverständnisse und Unstimmigkeiten bei Verträgen und Bestellvorgängen ließen sich im direkten Dialog mit dem Kundenservice klären.

Als Mitte Februar 2019 ein von Vodafone Kabel Deutschland Beauftragter an der Haustür einer Hamburger Wohngemeinschaft klingelte, weil er - ohne einen Termin vereinbart zu haben - ihre Kabelbuchse vermessen wollte, wiesen die Bewohner den vermeintlichen Servicetechniker ab und ließen ihn nicht in ihre Wohnung. Fünf Minuten später erhielt einer der WG-Bewohner eine E-Mail von Vodafone Kabel Deutschland, in der ihm mitgeteilt wurde, dass seine Bestellung eingetroffen sei. Kurze Zeit später folgte eine schriftliche Auftragsbestätigung über die Produkte Vodafone TV Connect und Vodafone GigaTV inklusive HD Premium Cable zum Preis von 29,99 Euro pro Monat zuzüglich einem einmaligen Bereitstellungsentgelt von 49,99 Euro.

Verbraucherzentrale: Vodafone-Techniker will angeblich die Dose vermessen

Ein weiterer Fall: Herr K. musste laut Verbraucherzentrale seinen DSL-Vertrag bei Vodafone wegen eines Umzugs kündigen. Weil er dachte, dass noch Fragen im Zusammenhang mit seiner Kündigung zu klären seien, rief er nach einem verpassten Anruf zurück. Im Telefongespräch bewarb der Beschäftigte jedoch ausgewählte Produkte, auf die Kündigung von K. ging er nicht ein. Obwohl K. während des Telefonats deutlich machte, dass seinerseits kein Interesse mehr an Produkten von Vodafone Kabel Deutschland bestehe, erhielt er kurz nach Ende des Telefonats eine E-Mail mit der Betreffzeile "Ihre Bestellung haben wir bekommen". Am Tag darauf folgte die Mitteilung, ein neues Gerät sei unterwegs. Später wurden Rechnungen über die Produkte Kabel Digital und Video Select zugestellt und die entsprechenden Entgelte von K.s Konto abgebucht.

Aufgrund der Schilderung von K. habe die Verbraucherzentrale Vodafone Kabel Deutschland abgemahnt und nachdem die geforderte Unterlassungserklärung ausblieb, Klage beim Landgericht München I eingereicht. Das Gericht verurteilte Vodafone Kabel Deutschland bereits am 9. August 2018 (Aktenzeichen 17 HK O 301/18) zu Unterlassung. Verstößt das Unternehmen gegen das Urteil des Landgerichts, kann ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro fällig werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Sandeeh 20. Mai 2020

(...) Sorry, aber wessen Problem ist das - sicherlich nicht meines, wenn der Anbieter es...

quineloe 20. Mai 2020

Möglich macht das auch, dass so etwas nicht dort landet, wo es hingehört: Vor den...

Justizopfer 19. Mai 2020

wenn das ohne Zustimmung passiert machst du dich strafbar

Justizopfer 19. Mai 2020

Da steckt illegaler Datenhandel dahinter. Ich kenne einen Fall wo die türkische Call...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
25 Jahre Starship Troopers
Paul Verhoevens missverstandene Satire

Als Starship Troopers in die Kinos kam, wurde ihm faschistoides Gedankengut unterstellt. Dabei ist der Film des Niederländers Paul Verhoeven eine beißende Satire.
Von Peter Osteried

25 Jahre Starship Troopers: Paul Verhoevens missverstandene Satire
Artikel
  1. Azure DevOps: Die Entwicklerplattform, die es richtig macht
    Azure DevOps
    Die Entwicklerplattform, die es richtig macht

    Azure DevOps ist eine mächtige und ständig wachsende Plattform. Ich bin Fan - und zwar aus guten Gründen.
    Ein IMHO von Rene Koch

  2. Lügenvorwürfe: Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe
    Lügenvorwürfe
    Beschwerden über Telekom-Drückerkolonnen auch in Karlsruhe

    Wie in Köln arbeiten Telekom-Werber offenbar auch in Karlsruhe mit fragwürdigen Methoden. Verbraucherschützer fordern ein Verbot solcher Besuche ohne Einwilligung.

  3. Energiekrise: Brauchen wir Atomkraftwerke noch?
    Energiekrise
    Brauchen wir Atomkraftwerke noch?

    Wegen des Kriegs in der Ukraine laufen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke bis Mitte April. Ein Weiterbetrieb wird gefordert. Wie realistisch oder sinnvoll ist das?
    Eine Analyse von Werner Pluta

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Kingston NV2 2TB 104,90€ • Patriot Viper VPN100 2TB 123,89€ • Alternate: Weekend Sale • WSV bei MediaMarkt • XIAOMI Watch S1 149€ • Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 Radeon RX 6800/XT 227,89€ • MindStar: be quiet! Dark Power 13 1000W 259€ • The Legend of Zelda: Link's Awakening 39,99€ [Werbung]
    •  /