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Verbraucherschützer: Inklusivvolumen wie bei Festnetz-DSL für LTE-Nutzer

Wer LTE als Festnetzersatz anpreist, muss auch das Datenvolumen entsprechend anpassen. Dann dürften die meisten betroffenen Kunden auch mit einer mittleren Geschwindigkeit von etwa 10 bis 20 MBit/s zufrieden sein, so eine Verbraucherzentrale.
/ Achim Sawall
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Netzausbau von Vodafone (Bild: Vodafone)
Netzausbau von Vodafone Bild: Vodafone

Die Verbraucherzentrale Sachsen fordert(öffnet im neuen Fenster) , dass LTE-Festnetz-Ersatztarife weitgehend echten Festnetzanschlüssen gleichgestellt werden. Das bedeute, dass es ein ganz erheblich höher veranschlagtes Inklusivvolumen geben muss, und zwar ohne eine einschneidende Erhöhung des Preises. "Im Gegenzug dürften die meisten betroffenen Kunden mit einer mittleren Geschwindigkeit von etwa 10 bis 20 MBit/s zufrieden sein" , sagte Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Verbraucherschützer hatten am 27. Mai 2014 an einem Kundenworkshop der Deutschen Telekom in Bonn teilgenommen, bei dem es um die Tarife Call&Surf Comfort via Funk ging. "Wir haben auf dieser Plattform übereinstimmend mit den anwesenden Kunden nochmals unsere Forderung verdeutlicht" , so Henschler. Zudem wurde eine gesetzliche Änderung durch die Aufnahme des LTE-Angebots in die Liste der Universaldienste nach Paragraf 78 des Telekommunikationsgesetzes und der Ausbau des kabelgebundenen Internets gefordert. Die Politik müsse die Anbieter finanziell beim Breitbandausbau unterstützen.

Die Telekom hatte auf Druck der Verbraucherzentrale die Drosselung ihrer LTE-Tarife gelockert. Alle Nutzer, die ihren Vertrag vor dem 5. Dezember 2013 abgeschlossen haben, können ab Januar 2014 dreimal im Monat jeweils 10 GByte kostenfrei hinzubuchen. Doch die Drosselung für Neukunden bleibt bestehen.

Vodafone hatte nicht auf eine Abmahnung der Verbraucherzentrale wegen der Drosselung der LTE-Zuhause-Tarife reagiert. Das Werbeversprechen auf "schnelles Internet" mit den Vodafone-Tarifen LTE Zuhause S, M und L werde nicht eingelöst. Denn nach Verbrauch des jeweiligen Volumens wird der Internetzugang auf eine Datenübertragungsrate von 384 KBit/s gedrosselt. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen sagte Golem.de, dass nun gegen Vodafone Klage eingereicht worden sei. Der Termin für die mündliche Verhandlung ist aber erst im Januar 2015.

Eine Messung der Bundesnetzagentur ergab: Von den LTE-Anschlüssen mit 2 bis 8 MBit/s erhielten 67,5 Prozent die halbe und 33,1 Prozent die volle Datenübertragungsrate. Im Bereich 25 bis 50 MBit/s bekamen nur 1,6 Prozent die volle und 23,3 Prozent der Kunden die halbe Übertragungsrate.


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