Verbraucherschützer: 776-Millionen-Euro-Klage gegen Steam wegen Preistreiberei
Die in Großbritannien bekannte Verbraucherschützerin Vicki Shotbolt hat eine Klage gegen Valve wegen mutmaßlich zu hohen Preisen im Onlineshop Steam eingereicht. Es geht um rund 776 Millionen Euro (etwa 656 Millionen Britische Pfund).
Das Geld soll an bis zu 14 Millionen PC-Spieler fließen, die seit Mitte 2018 auf Steam eingekauft haben und in Großbritannien leben. Pro Person könne es rund 52 Euro (44 Pfund) geben, schreiben die Initiatoren auf einer offiziellen Webseite(öffnet im neuen Fenster) .
Steam gilt als extrem profitabel. Valve selbst veröffentlicht keine Geschäftszahlen, aber laut dem Marktforschungsunternehmen VG Insights(öffnet im neuen Fenster) soll mit Steam im Jahr 2023 ein Umsatz von mehr als 9 Milliarden US-Dollar erzielt worden sein. Insgesamt seien 580 Millionen Spiele verkauft worden.
Im Normalfall bekommt Steam eine Provision von 30 Prozent bei jedem Kauf, nur bei besonders umsatzstarken Titeln sind es 20 Prozent. Gründer und Haupteigner Gabe Newell gilt längst als Milliardär, der sich in seiner Freizeit mit dem Sammeln von Luxusjachten(öffnet im neuen Fenster) beschäftigt.
Konkret werfen die Verbraucherschützer um Vicki Shotbolt und ihre Kanzlei dem Unternehmen Valve laut BBC(öffnet im neuen Fenster) unter anderem vor, durch Klauseln in den Verträgen mit Spieleanbietern dafür zu sorgen, dass auf Konkurrenzplattformen wie dem Epic Games Store meist die gleichen Preise gelten wie auf Steam. Ein Preiswettbewerb finde dadurch praktisch kaum statt.
Außerdem müssen Erweiterungen oder sonstige Zusatzinhalte für Spiele, die auf Steam gekauft wurden, ebenfalls über Steam gekauft werden. Auch dadurch werde der Wettbewerb eingeschränkt – zum Nachteil der Kunden, die höhere Preisen bezahlen müssten als bei einem funktionierenden Markt.
Publisher kehren zurück zu Steam
Die Preise auf Steam werden nicht von Valve festgelegt, sondern von den jeweiligen Entwicklern und Publishern. Die äußern zwar immer wieder mal Kritik an der hohen Provision, einige weichen auf den Epic Games Store aus – dort sind lediglich 12 Prozent fällig – oder eröffnen eigene Shops, etwa Electronic Arts oder Ubisoft.
Allerdings sind in den vergangenen Monaten just diese Firmen zumindest mit einigen Spielen nun doch wieder auf Steam vertreten, weil der Absatz über die Plattform oft sehr hoch ist.
Viele Gamer wollen gar nicht woanders kaufen, sondern alle Spiele übersichtlich in einer Bibliothek gesammelt haben. Außerdem gilt die Plattform als technisch gut gemacht und vertrauenswürdig, es gibt so gut wie nie Serverausfälle.



