Verbot in Spanien: Worldcoin darf nicht überall Augen scannen

Die spanische Datenschutzbehörde hat Worldcoin per einstweiliger Verfügung vorerst den Betrieb untersagt. Das Unternehmen erhebt eigene Vorwürfe.

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Worldcoin ist nicht weltweit akzeptiert.
Worldcoin ist nicht weltweit akzeptiert. (Bild: Rotiv Artic/Worldcoin/Collage Golem.de/Unsplash)

Eine weltweit gültige, biometrische Identifikation für das KI-Zeitalter verspricht Worldcoin. Doch um die weltweite Akzeptanz des Unternehmens ist es bislang noch nicht so gut gestellt. In Spanien ist dem Unternehmen mit europäischem Hauptsitz in Deutschland nun vorerst für drei Monate untersagt worden, weitere personenbezogene Daten zu erheben.

Die spanische Datenschutzbehörde AEDP hat dieses Tätigkeitsverbot mit einer einstweiligen Verfügung erreicht, wie die Behörde per Pressemeldung mitteilte. Man habe mehrere Beschwerden erhalten, nach denen Worldcoin auch Daten von Minderjährigen eingesammelt haben soll. Außerdem seien Nutzer nur unzureichend über Worldcoin informiert worden und es habe Probleme beim Widerruf der Einwilligung gegeben.

Worldcoin nannte die Maßnahmen der AEDP "bedauerlich" und warf der Behörde vor, "die etablierten Verfahren im Rahmen der DSGVO" zu umgehen. Die Behörde habe "ungenaue und irreführende Behauptungen über unsere Technologie" verbreitet, während Kontaktversuche seitens Worldcoins "monatelang unbeantwortet geblieben" sein sollen.

Durchsuchungen in Kenia, Prüfungen in Deutschland

Spanien gehört zu den insgesamt neun Ländern, in denen Worldcoin aktuell seine Iris-Scanner aufstellt, um neue Nutzer zu verifizieren. In Barcelona, Madrid und Málaga stehen die Orbs. In Deutschland sind sie unter anderem in Nürnberg, Bielefeld und Leipzig zu finden.

Schon im vergangenen Sommer regte sich Widerstand gegen Worldcoin. So wurde Berichten zufolge ein Büro von Worldcoin in Kenia von der Polizei durchsucht und Unterlagen sichergestellt.

Auch deutsche Behörden haben Worldcoin genauer im Blick, darunter die Finanzaufsicht Bafin und das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht.

Worldcoin-Kurs ist von OpenAI beeinflusst

Worldcoin startete im Juli 2023 offiziell. Dahinter steckt laut Betreiber Tools for Humanity die Idee, Menschen eindeutig zu identifizieren und so von künstlichen Intelligenzen unterscheiden zu können. Außerdem soll die Auszahlung der gleichnamigen Kryptowährung aus Worldcoin eine Art bedingungsloses Grundeinkommen schaffen.

Die große Aufmerksamkeit für das Projekt ist auch der Beteiligung von OpenAI-CEO Sam Altman zu verdanken. Nachdem die Führungskrise um ihn bei OpenAI den Kurs der Kryptowährung Ende vergangenen Jahres auf eine Achterbahnfahrt geschickt hatte, liegt Worldcoin momentan mit knapp unter 7 Euro deutlich über dem Ausgabepreis von 2 Euro vor etwa einem halben Jahr.

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