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Fliegen gefährlicher als Malware

Die Ablehnung der Adblockersperre durch den Verlegerverband erscheint wenig nachvollziehbar, da Medien wie der Axel-Springer-Verlag mit deren Erfolg sehr zufrieden sind. Allerdings könnten sich die Verleger den Ruf nach einem gesetzlichen Verbot sparen, wenn sie einräumen müssten, dass technische Methoden zur Reduzierung der Adblockerrate erfolgreich genutzt würden.

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Sehr fragwürdig ist zudem das Argument, dass die Adblockernutzung zum Brexit und zum Wahlsieg Trumps beigetragen hätten. Schließlich wurde die Brexit-Kampagne auch von traditionellen Medien wie The Sun oder Daily Mail unterstützt. Der US-Wahlkampf wurde wiederum von Fake-News-Medien befeuert, die nur deshalb gestartet wurden, um an Werbeanzeigen zu verdienen. Geradezu hanebüchen erscheint die Vorstellung, dass die Menschen soziale Medien wie Facebook nutzen, weil den etablierten Medien Anzeigeneinnahmen verloren gehen.

Eyeo verteidigt Adblocker

Nach Ansicht der Piratenpartei handelt es sich bei anzeigenfinanzierten Internetmedien um "ausgediente Geschäftsmodelle". Eine Behauptung, die derzeit sicher nicht zutrifft. Laut Verlegerverband gewährleistet diese Finanzierungsform "nach wie vor in erheblichem Maß den Zugang zu mächtigen Informationsressourcen, was sowohl für die wirtschaftliche als auch die politisch-kulturelle Entwicklung von grundlegender Bedeutung ist".

Der Adblock-Plus-Anbieter Eyeo wandte sich in einem Positionspapier gegen ein Verbot: "Adblocker ermöglichen es Verbrauchern, ihr Interesse an weniger aufdringlicher Werbung durchzusetzen. Auch sind Adblocker ein wichtiges Mittel, um Verbraucher vor Sicherheitsrisiken und einer unkontrollierten Verfolgung (Tracking) zu schützen. Dies betrifft insbesondere den Schutz vor Malware, die immer häufiger über Werbung verbreitet wird."

Keine Gesetzesinitiative zu erwarten

Diese Argumente wollen die Verleger nicht gelten lassen. "Die Unterdrückung von Werbung hat auf den Umfang des sogenannten Tracking auf einer Webseite so gut wie keine Auswirkungen", heißt es in der Stellungnahme. Die Wahrscheinlichkeit, über Anzeigen Malware zu erhalten, sei "statistisch äußerst gering", schreiben die Verleger und fügen hinzu: "Soweit es doch in Einzelfällen zur Infizierung von Computern kommt, ist dies das allgemeine Lebensrisiko der Nutzer, das geringer ist als bei Flügen oder der Benutzung eines Automobils."

Dass es in diesem Jahr noch zu einer Gesetzesinitiative auf Bundes- oder Länderebene für ein Adblocker-Verbot kommt, ist nicht zu erwarten. Eyeo erwartet ein Urteil des BGH im Streit mit Springer für Ende 2017 oder Anfang 2018. Sollten die Karlsruher Richter den Einsatz von Werbeblockern generell erlauben, wäre es für den Gesetzgeber sicherlich sinnvoll, sich deren Begründung genauer anzuschauen.

 Verbot gefordert: Verleger geben Adblockern Mitschuld an Trumps Wahlsieg
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Vincent-VEC 09. Mär 2017

+1000 Bitte an alle Verlage: als Leserbrief veröffentlichen, ausdrucken und gerahmt im...

fg (Golem.de) 09. Mär 2017

Hallo! Wir haben unsere Position zu dem Vorschlag inzwischen in einem Kommentar...

DY 09. Mär 2017

glaubt wohl keiner mehr? genau wie man auch in Irland mehrfach pro EU hat abstimmen...

divStar 09. Mär 2017

Doch: Menschen, die darauf hinweisen. Spätestens seit der NSA-Affaire sollte einem klar...

Bachsau 09. Mär 2017

Wenn das eigene Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, brüllt man nach Verboten. So hat...


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