Verband kommunaler Unternehmen: Immer mehr 5G-Campusnetze in Deutschland

Nach langem Gezerre werden 5G-Campusnetze in Deutschland immer gefragter. Kommunale Unternehmen legen los.

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Der Mittelstand soll als Betreiber für 5G-Campusnetze gewonnen werden.
Der Mittelstand soll als Betreiber für 5G-Campusnetze gewonnen werden. (Bild: DIHK)

Bereits zehn kommunale Unternehmen haben mit dem Aufbau von 5G-Campusnetzen begonnen oder stehen kurz davor. Das gab der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am 29. Mai 2020 bekannt. Kommunale Unternehmen könnten die 5G-Netze selbst nutzen oder für die lokale Wirtschaft aufbauen und betreiben.

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Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU, sagte: "Die Ausgangssituation ist vielerorts günstig: Denn mit ihren Strom- und Glasfasernetzen haben kommunale Unternehmen bereits die Infrastrukturbasis für 5G-Antennen geschaffen."

Die Bundesregierung vergibt seit dem 21. November 2019 gesonderte Mobilfunkfrequenzen, damit Unternehmen unabhängig von öffentlichen Netzen eine eigene 5G-Infrastruktur aufbauen können. Die Frequenzgebühren bewegen sich je nach Laufzeit und Fläche zwischen 1.600 Euro beispielsweise für einen Bauernhof und 50.000 Euro für eine Fabrik.

Campus-Netze: Frequenzen könnten noch an die vier Netzbetreiber gehen

Vorteile sind nach den Angaben von Industrieverbänden eine bessere Abdeckung des gesamten Firmengeländes, volle Kontrolle über die firmeneigenen Daten, weniger Störungen als in öffentlichen Mobilfunknetzen sowie bessere Leistungsparameter für Latenz, Datenrate und Teilnehmeranzahl.

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Interessenten für den Aufbau eines 5G-Campusnetzes können sich bei der vorerst digitalen Roadshow 5G-Campusnetze für Unternehmen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dem Deutschem Bauernverband, Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss), Deutschem Landkreistag, DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag), VKU und ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) informieren.

Deutschland hat im vergangenen Jahr 5G-Frequenzen für 6,5 Milliarden Euro an die Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch versteigert. Ein Teil der Frequenzen im Bereich 3.700 MHz bis 3.800 MHz und bei 26 GHz wurde zur lokalen und regionalen Nutzung aus der Auktion herausgenommen und für die Industrie, Forschung und Landwirtschaft reserviert. Das Bundesfinanzministerium hatte in der Ressortabstimmung auf deutlich höhere Gebühren gedrängt, weshalb sich das Verfahren verzögerte. Das Finanzministerium, das anfangs fünfmal höhere Gebühren gefordert hatte als die Bundesnetzagentur, gab seinen Widerstand schließlich auf.

Ende 2020 steht die Rückschau der Bundesnetzagentur auf die Bewerbungen für eigene 5G-Campusnetze an. Dann wird analysiert, wie groß der Bedarf ist, wie viele Unternehmen ihre eigene Mobilfunkinfrastruktur nutzen möchten. Wenn sich der Bedarf als zu gering herausstellt, werden die Frequenzen voraussichtlich den vier Mobilfunknetzbetreibern zugeteilt.

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