Milliarden neuer Galaxien entdecken
Schon bei den Testläufen konnte das Teleskop in nur zehn Betriebsstunden etwa 2.000 neue Asteroiden aufspüren , darunter sieben sogenannte NEOs (Near-Earth Objects). Man spekuliert darauf, dass während der gesamten Laufzeit mehrere Hunderttausend neue Asteroiden und viele Tausend Supernovae pro Jahr aufgespürt werden können.
Mehrere Millionen Sterne unserer eigenen Galaxie könnten damit genauer kartografiert werden und mehrere Milliarden neue Galaxien könnten in den zehn Jahren Projektlaufzeit entdeckt werden.
Schon das James-Webb-Teleskop hat uns geholfen, die Schätzungen zur Anzahl der Galaxien zu präzisieren, so dass man heute fundiert von etwa 200 Milliarden Galaxien insgesamt ausgeht. James Webb konnte selbst an unauffällig wirkenden Bereichen am Himmel Abertausende Galaxien finden, ist aber nur in der Lage, einzelne sehr kleine Bereiche genauer zu untersuchen. Mit Vera C. Rubin kann man in die Breite gehen, riesige Areale abbilden und mithilfe von KI-Systemen in den riesigen Datenmengen durch Analyse viel mehr entdecken.
Völlig neue Phänomene finden?
Durch diese Big-Data-Ära in der Astronomie und die heutigen Analysemöglichkeiten der Informatik hofft man darauf, auch neue Phänomene zu finden. Danach konnte man bisher nicht bewusst suchen, weil man von deren Existenz nichts ahnte.
Hierbei muss man Vera C. Rubin stets im Verbund mit vielen weiteren Observatorien und Teleskopen sehen, die sich gegenseitig durch Entdeckungen unterstützen. Der ESA-Satellit Gaia(öffnet im neuen Fenster) erstellt bereits seit dem Jahr 2014 einen Sternenkatalog mit bisher unerreichter Präzision, bildet aber keine Zeitreihen ab.
Auf der Erde entstehen derzeit zudem weitere ELTs (Extremely Large Telescopes). Anders als Rubin, welches das sichtbare Licht benutzt, wird das SKAO (Square Kilometre Array Observatory) im Radiowellenbereich forschen. Sogenannte Radioteleskope machen sich einen Effekt zunutze, bei dem viele große Radarschüsseln zu einem Gesamtteleskop kombiniert werden können. Bekannt sind diese unter anderem aus Filmen wie Contact von 1997(öffnet im neuen Fenster) , der auf dem gleichnamigen Roman von Carl Sagan(öffnet im neuen Fenster) aus dem Jahr 1985 beruht.
Der inzwischen verstorbene Autor war selbst Astronom und Astrophysiker, und begeisterte mit der populären Fernsehserie Cosmos: A Personal Voyage(öffnet im neuen Fenster) (deutscher Titel: Kosmos) in den frühen 1980er Jahren eine ganze Generation junger Menschen. Von denen sind manche inzwischen selbst in der Astronomie tätig und liefern Beiträge zu den heutigen Großprojekten. Entsprechend ist es üblich, die Namen solcher wichtiger Personen in den Bezeichnungen von Projekten zu verewigen.