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Riesige Datenmengen für die Forschung

Die Suche in schon vorhandenen Aufnahmen, um mit den zusätzlichen Daten aus der Vergangenheit die Prognosen zu verbessern, wird Pre-Discovery genannt. Das Teleskop Vera C. Rubin eröffnet hier neue Möglichkeiten, weil es pauschal und anlasslos große Datenmengen fortlaufend produziert. Damit kann wichtige Forschung betrieben werden.

Die Daten sollen offen für alle Wissenschaftler zur Verfügung gestellt werden, jedoch erst nach einer gewollten Verzögerung von zwei Jahren, also ab 2028. Früher kommt man an die vollständigen Daten heran, wenn man mit einem Land assoziiert ist, das sich an den enormen Baukosten beteiligt. Dennoch entsteht ein bisher nicht dagewesener Datenfundus, denn anders als bei den meisten Observatorien wird nicht projektbezogen nur ein kleiner Himmelsabschnitt untersucht – entsprechend einem vorher genehmigten Forschungsziel.

Durch Rubin entstehen künftig sehr große Datenmengen, die man mit Teleskopen im Weltraum wie dem James Webb(öffnet im neuen Fenster) , Hubble(öffnet im neuen Fenster) , Euclid(öffnet im neuen Fenster) und das für 2027 geplante Nancy-Grace-Roman-Teleskop(öffnet im neuen Fenster) nicht hätte umsetzen können.

Über Downlinks funken diese im Jahr jeweils etwa 1 bis 20 TByte Daten zur Erde. Durchaus beeindruckende Datenmengen, aber nichts im Vergleich zu einigen irdischen Teleskopen.

Auf der Erde stationierte Teleskope wie ALMA(öffnet im neuen Fenster) (Atacama Large Millimeter/submilimeter Array) und LOFAR(öffnet im neuen Fenster) (Low Frequency Array) erreichen die gleiche Größenordnung in nur einem Tag, wobei Vera C. Rubin mit 20 TByte pro Nacht und 7 PByte pro Jahr den Spitzenplatz einnimmt. Es wird wohl erst von SKA(öffnet im neuen Fenster) (Square Kilometer Array) übertrumpft werden, das voraussichtlich 2029 fertiggestellt sein wird.

Die größte Kamera der Welt

Vera C. Rubin steht zusammen mit dem Gemini Observatorium und dem SOAR(öffnet im neuen Fenster) (Southern Astrophysical Research Telescope) in der Coquimbo-Region in Chile. Es hält den Rekord für die größte Kamera.

201 CCD-Chips liefern insgesamt 3,2 Gigapixel. Die Linse hat einen Durchmesser von 3,4 Metern, der Hauptspiegel 8,4 Meter. Die Kamera wiegt etwa drei Tonnen. Damit wird alle 20 Sekunden eine Belichtung von 15 Sekunden vorgenommen. In den verbleibenden fünf Sekunden richtet sich das Teleskop auf das jeweils neue Beobachtungsfeld aus.

1.000 Aufnahmen pro Nacht

Etwa 1.000 Aufnahmen entstehen so pro Nacht. Mit jeder Aufnahme werden 9,6 Quadratgrad abgedeckt. Der Vollmond würde hier etwa 40-mal in jede der Aufnahmen passen, dennoch könnte die Kamera theoretisch einen Golfball noch in 24 km Entfernung deutlich abbilden.

Der gesamte sichtbare Südhimmel, der etwa 18.000 Quadratgrad umfasst, kann mit 1.875 solcher Aufnahmen erfasst werden. Durch bewusste Überlappungen führt dies zu etwa 2.000 Beobachtungsfeldern, zu denen Vera C. Rubin regelmäßig zurückkehrt, um diese jeweils alle drei bis vier Nächte zu erfassen. Dies folgt keinem starren Raster, sondern kann sich dynamisch an Ereignisse wie Wolken oder besondere Beobachtungsziele anpassen.

Die Mehrfacherfassung kann sowohl für Zeitreihen als auch für tiefe Summenbilder und zur Asteroidenverfolgung genutzt werden. Diese Kombination aus hoher Auflösung, großer räumlicher und großer zeitlicher Abdeckung über zehn Jahre hinweg, macht das Projekt so einzigartig.


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