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Vera C. Rubin: Observatorium hat bereits 2.104 neue Asteroiden entdeckt

Bis zu fünf Millionen neue Asteroiden sollen mit dem Observatorium entdeckt werden. Über 2.000 wurden bei den ersten Beobachtungen schon gefunden.
/ Patrick Klapetz
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Jeder dieser Punkte zeigt einen neuen, bisher unbekannten Asteroiden. (Bild: Vera C. Rubin Observatory)
Jeder dieser Punkte zeigt einen neuen, bisher unbekannten Asteroiden. Bild: Vera C. Rubin Observatory

Die Hauptaufgabe des neuen Vera-C.-Rubin-Observatoriums in Chile liegt in der Durchmusterung der südlichen Hemisphäre, um die Geheimnisse um die mysteriöse dunkle Materie und dunkle Energie zu lüften. Dabei stößt die größte jemals gebaute Digitalkamera auch auf etliche Asteroiden, wie die Beteiligten auf einer Pressekonferenz zeigten(öffnet im neuen Fenster) .

Bereits 2.104 neue Asteroiden wurden in den ersten Beobachtungsnächten und in den dazugehörigen erfassten Daten identifiziert. Über einen Untersuchungszeitraum von zehn Jahren hoffen die Betreiber, fünf Millionen neue Asteroiden zu entdecken.

"Das ist fünfmal mehr, als alle Astronomen der Welt in den letzten 200 Jahren seit der Entdeckung des ersten Asteroiden entdeckt haben" , teilte der stellvertretende Direktor von Rubins LSST (Legacy Survey of Space and Time), Zeljko Ivezić, auf der Pressekonferenz am 23. Juni 2025 mit. Bisher wurden mit unterschiedlichen Untersuchungsmethoden eine Million Asteroiden lokalisiert.

Erdnahe und potenziell gefährliche Asteroiden

Sieben der entdeckten Asteroiden gelten als erdnahe Objekte (NEA, near-earth asteroid). Solche Asteroiden bewegen sich im Bereich der inneren Planeten – der Erde müssen sie aber nicht zwangsläufig gefährlich werden.

Potenziell gefährliche Asteroiden (PHA, potentially hazardous asteroid) kommen der Bahn der Erde auf etwa 0,05 AE nahe. Eine AE steht für eine Astronomische Einheit, also den einfachen Erd-Sonnen-Abstand von ungefähr 150 Millionen Kilometern. PHA sind damit nicht weiter als 7,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Zum Vergleich: Der Mond ist durchschnittlich 384.404 Kilometer von der Erde entfernt.

Solche PHA können auf einer Zeitskala von 100 Jahren durch Bahnstörungen auf Kollisionskurs mit unserem Heimatplaneten geraten. Bisher geht die astronomische Fachwelt aber nicht davon aus, dass ein gefährlicher Asteroid die Erde innerhalb der nächsten 100 Jahre treffen wird. Derzeit sind etwa 20 Prozent der NEA auch potenziell gefährliche Asteroiden.

Die Herausforderung, Asteroiden abzubilden

"Asteroiden verschwinden, nachdem man ein Bild von ihnen gemacht hat" , sagte Ivezić und nannte Rubins Fähigkeit, kleine Objekte, die die Sonne umkreisen, abzubilden, "beispiellos" .

Auf dem präsentierten Rubin-Bild sind die Asteroidenstreifen in verschiedenen Farben zu sehen. Das liegt daran, dass jedes Bild einer Belichtung entspricht, die für die Erstellung des endgültigen Bildes verwendet wurde. Die verschiedenen Aufnahmen werden letztendlich zu einem Bild zusammengefügt. Dadurch zeigen sich auch die Flugbahnen der Asteroiden.

Wenn einige dieser Datensätze zusammengefügt werden, kann die Bewegung der Asteroiden vor dem eher statischen Hintergrund der Sterne und Galaxien wie in einem Film dargestellt werden. Die Rubin-Daten können somit dazu beitragen, die Bemühungen zur Planetenverteidigung durch fremde Objekte zu verbessern.


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