Ventuno Q: Arduino stellt leistungsfähigen SBC vor
Bereits mit dem Uno Q hat Arduino seine Fühler in Richtung komplexerer Robotik mit Bilderkennung ausgestreckt. Zur Messe Embedded World, die vom 10. bis 12. März 2026 in Nürnberg stattfindet, zeigt der Hersteller den deutlich leistungsfähigeren Ventuno Q. Wie der Uno Q (Test) besteht er aus einem SoC von Qualcomm sowie einem Mikrocontroller. Ersteres ermöglicht komplexe Berechnungen und die Nutzung von KI-Modellen, letzterer dient der Steuerung mit Echtzeitanforderungen.
Anders als der Uno Q kommt der Ventuno Q nicht im klassischen Arduino-Format. Er besteht aus einem großen Mainboard, das SoC ist mit 16 GByte LPDDR5-RAM und einem 64 GByte großen eMMC-Modul als System-on-Module aufgesteckt. Neben Arduino Shields können auch Raspberry PI Hats aufgesteckt werden, um Funktionen zu ergänzen.
Auch die LED-Matrix des Uno Q bleibt beim Ventuno Q erhalten, sie teilt sich den Raum zwischen den Shield-Buchsenleisten mit einem NVMe-Steckplatz zur Ergänzung einer SSD. Auf der Rückseite sind die mit dem Uno Q neu eingeführten High-Speed-Steckverbinder vorhanden, die 120 weitere Kontakte herausführen. Das verbaute Wi-Fi-6-Modul funkt auch im 6-GHz-Band und integriert zusätzlich Bluetooth 5.3, die Antennen sind auf dem Mainboard integriert. Zusätzlich ist 2,5-GBit-Ethernet per RJ45-Buchse nutzbar.
Ein großer Leistungssprung
SoC und Mikrocontroller sind beim Ventuno Q deutlich leistungsfähiger gewählt als beim Uno Q. Als SoC ist ein Qualcomm Dragonwing IQ-8275 ( Produktübersicht, PDF(öffnet im neuen Fenster) ) verbaut, dessen acht Kryo-Gen6-Kerne mit bis zu 2,35 GHz takten.
Allerdings sind die Kerne in drei Leistungsstufen aufgeteilt: Jeweils zwei sind Kryo Gold Prime und Kryo Gold (maximal 2,1 GHz), die restlichen vier Kryo Silver (maximal 1,95 GHz). Der Speicher ist mit 64 Bit angebunden, maximal wird LPDDR5X-6400 unterstützt. KI-Modelle werden auf der integrierten Hexagon-NPU verarbeitet. Sie kommt mit 8-Bit-Ganzzahlen (Int8) auf eine Rechenleistung von 40 TOPS, womit laut Qualcomm Llama2-13B neun Tokens pro Sekunde generiert.
Die Adreno-623-GPU des IQ-8275 darf dabei mit bis zu 877 MHz takten. Zusätzlich sind ein Hexagon DSP (Digitaler Signalprozessor) sowie eine Image Processing Unit (IPU) integriert. Letztere dient der Vorverarbeitung von Kameradaten, per MIPI CSI können drei Kameras an den Ventuno Q angeschlossen werden. Bilddaten werden per HDMI oder USB-C Displayport Alt-Mode ausgegeben, zum Anschluss von Geräten stehen neben dem USB-C- zwei USB-3.0-Ports zur Verfügung. Die Stromversorgung erfolgt mit 5 V per USB-C oder mit 12 bis 24 V per Hohlstecker.
Leistungsfähigerer Mikrocontroller
Wie bereits erwähnt, hat Arduino dem Ventuno Q auch einen leistungsfähigeren Mikrocontroller spendiert. Verbaut ist ein STM32H5F5(öffnet im neuen Fenster) von ST Microelectronics mit einem ARM-Cortex-M33-Kern. Der taktet allerdings mit 250 MHz, ihm stehen 4 MByte integrierter Flash-Speicher und üppige 1,5 MByte SRAM zur Seite. Über ein Schraubterminal ist ein CAN-FD-Bus direkt verfügbar, vier weitere sind herausgeführt, benötigen allerdings noch einen Phy.
Wie beim Uno Q erfolgt die Programmierung bevorzugt per App Lab, das bereits installiert ist. Der Ventuno Q kann ebenfalls als SBC zur Softwareentwicklung genutzt werden, anders als beim Uno Q ist dazu keine weitere Hardware erforderlich. Für App Lab hat Arduino neue Robotik-Bricks ergänzt – diese Bausteine können genutzt werden, um mit wenig Aufwand komplexe Anwendungen zu erstellen. Zudem ist die Nutzung mit ROS 2 (Robotics Operating System 2) möglich.
Arduino Ventuno Q: Preis und Verfügbarkeit
Aktuell ist der Ventuno Q noch nicht verfügbar, Interessenten können sich benachrichtigen lassen. Auch Preise wurden noch nicht genannt.
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