Venera-D: Russland plant 2036 die Rückkehr zur Venus
Das russische Raumfahrtprogramm hat derzeit Forschungsmissionen sowohl zum Mond als auch zur Venus in Planung. So möchte Roskosmos, die russische Raumfahrtbehörde, in den nächsten Jahren ihre Luna-Mondmissionen fortsetzen und mithilfe von China ein Kernkraftwerk zum Trabanten befördern . Damit ist sie allerdings nicht allein: Gerade schlagen viele Nationen und kommerzielle Unternehmen den Weg zum Mond ein. Anders sieht es auf der Venus aus – und bei der Rückkehr dorthin möchte Russland laut der russischen Nachrichtenagentur Tass(öffnet im neuen Fenster) als Erstes dabei sein.
"Forschungsmissionen zum Mond und zur Venus nehmen derzeit einen zentralen Platz in den Plänen von Roskosmos und der Russischen Akademie der Wissenschaften zur Untersuchung anderer Himmelskörper ein" , teilte der erste stellvertretende Premierminister Denis Manturov der russischen Zeitschrift Razvedchik mit.
Venera: Eine Ära soll fortgesetzt werden
In dem Interview erinnerte Manturov an die sowjetische Venusmission Venera-7 aus dem Jahr 1970. Es war das erste Raumfahrzeug, das eine weiche Landung auf der Venusoberfläche absolvieren konnte. Jedoch ist seitdem auch viel Wissen verloren gegangen, wie die gescheiterte Mondlandemission Luna-25 aus dem August 2023 zeigt.
Die Venera-Ära soll mit der Venera-D-Mission fortgesetzt werden. Sie soll 2036 starten und einen Orbiter, eine Ballonsonde und eine Landefähre mit sich führen. Im Frühjahr 2025 hieß es bereits(öffnet im neuen Fenster) , dass die Mission kaum vor 2034/35 starten kann.
Eines der Ziele von Venera-D wird die Suche nach mikrobiellem Leben in den Wolken der Venus sein. In den vergangenen Jahren sorgten umstrittene Forschungsergebnisse über das Vorhandensein von Phosphin und Ammoniak in der Atmosphäre des Planeten für Aufsehen. Diese Stoffe sind Biomarker und könnten ein Anzeichen für Lebensformen auf der Venus sein.
Um auf der Oberfläche der Venus zu landen, müssen die Raumfahrzeuge die extremen Temperaturen von etwa 480 Grad Celsius aushalten. Der Oberflächendruck entspricht auf Meereshöhe mehr als dem 90-fachen des Oberflächendrucks auf der Erde.
Die Venus als neues Ziel der Weltraumgemeinschaft
In der Vergangenheit schickten bereits die Raumfahrtbehörden der USA (Nasa), von Europa (Esa) und Japan (Jaxa) zusammen mehrere Missionen in den Venusorbit. Und auch jetzt ist Russland nicht die einzige Nation, die eine Rückkehr zur Venus anstrebt.
Denn das Raumfahrtunternehmen Rocket Lab und das MIT (Massachusetts Institute of Technology) bereiten bereits dieses Jahr die private Venus-Life-Finder-Raumsonde für einen Start vor. Indien möchte seine Venusmission 2028 starten, die Esa arbeitet an der En-Vision-Mission , die Anfang der 2030er Jahre starten soll, und die Nasa konnte die Veritas-Mission gerade so durch den Kongress bringen. Der voraussichtliche Starttermin dafür ist für 2031 angesetzt.
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