Venera 8: Raumsonde landet vor 50 Jahren erfolgreich auf der Venus

Die erste erfolgreiche Landung auf der Venus ist 50 Jahre her. Mittlerweile wird der Planet für die Raumfahrt wieder interessant.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Ein Vulkan namens Sapas Mons dominiert diese computergenerierte Ansicht der Venusoberfläche.
Ein Vulkan namens Sapas Mons dominiert diese computergenerierte Ansicht der Venusoberfläche. (Bild: Nasa, Jpl-Caltech)

Die Venus ist unser nächster Nachbar, wenn man den Mond einmal außer Acht lässt. Dennoch zieht es die Menschheit eher zum Mars. Das war vor 50 Jahren anders. Am 27. März 1972 schickte die damalige Sowjetunion die Venera-8-Mission gen Venus. Venera ist das russische Wort für Venus.

Nach 117 Tagen erreichte die Sonde die Venus und setzte zur Landung an. Am 22. Juli tauchte sie um 8.37 Uhr (UTC, koordinierte Weltzeit) in die Atmosphäre des Planeten ein. Der Fallschirm öffnete sich auf einer Höhe von 60 Kilometern über der Venusoberfläche. Für die Landung benötigte die Sonde ungefähr eine Stunde. Um 9.32 Uhr erreichte sie als erste Raumsonde erfolgreich den Boden der Venus.

Die Venus: Ein unwirtlicher Planet

Vier Barometer (Messgerät zur Bestimmung des statischen Absolut-Luftdrucks), zwei Photometer (damit misst man beispielsweisen die Leuchtdichte oder Lichtstärke) und ein Gammastrahlenspektrometer (zur Messung einer radioaktiven Strahlungsquelle) sollten Daten von der Umgebung des Planeten erfassen. Nach 50 Minuten und elf Sekunden war Schluss. Die Bedingungen auf der Venusoberfläche zerstörten die Messgeräte.

Auf der Oberfläche herrschen Temperaturen von 475 Grad Celsius und die Atmosphäre besteht zum größten Teil aus Kohlenstoffdioxid. Neben den 96,5 Prozent CO2 kommen noch 3,5 Prozent Stickstoff und 0,015 Prozent Schwefeldioxid hinzu. Eine Umgebung, in der der Mensch nicht überleben kann. Vor rund 700 Millionen Jahren soll auf der Venus jedoch tropisches Wetter geherrscht haben und einen Ozean soll es ebenfalls gegeben haben.

Landungen auf der Venus sind eine große Herausforderung

Vor 50 Jahren wusste man noch relativ wenig über die Zustände auf der Venus. Bereits bei früheren Venera-Missionen wurde jedoch klar: Der Atmosphärendruck ist höher als vermutet. Die meisten Sonden schafften es deshalb nicht, funktionstüchtig die Oberfläche der Venus zu erreichen - eine sichere Landung auf einem so unwirtlich erscheinenden Planeten musste erst erlernt werden.

Erst die Raumsonde Venera 7 konnte am 15. Dezember 1970 auf der Venusoberfläche landen. Sie wurde dabei allerdings beschädigt, weil es eine Fehlfunktion beim Fallschirm gab. Dennoch konnte sie 23 Minuten lang Daten übermitteln. Somit war Venera 8 das erste menschengemachte Objekt, das planmäßig und erfolgreich auf einem anderen Planeten landete.

Neben der Temperatur und den Bestandteilen der Luft, konnten die Messinstrumente von Venera 8 auch einen Druck von 9 Megapascal messen. Das entspricht 90 bar. Somit ist die Atmosphäre an der Oberfläche um ein Vielfaches dichter als die auf der Erde (ungefähr 1,014 bar).

Die Venus wird wieder interessant

Auch wenn man lange Zeit das Interesse an der Venus verloren hat - so langsam steigt es wieder. 2020 hatten Astronomen nämlich ihre Entdeckung von seltenen Molekülen in der Venusatmosphäre in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlicht. Spätere Untersuchungen sollten jedoch zeigen, dass das gefundene Phosphin in der Atmosphäre der Venus doch nicht existiert.

Dennoch genehmigte die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa zwei Missionen zur Venus. So könnte in Zukunft beispielsweise eine Drohne in der Atmosphäre der Venus umherfliegen. Zudem zieht auch das private Raumfahrtunternehmen Rocket Lab eine private Venus-Mission für 2023 in Betracht. Die Venus wird also wieder spannend.

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