Vega: Europas kleinste Rakete wird um 50 Prozent größer

Die Vega-C war auf ihrem ersten Flug erfolgreich. Die vergrößerte Variante der alten Vega-Rakete ist auch ein wichtiger Schritt zur Ariane 6.

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Die Vega-C hebt sehr schnell ab und verschwindet wenige Sekunden später in den Wolken.
Die Vega-C hebt sehr schnell ab und verschwindet wenige Sekunden später in den Wolken. (Bild: ESA / Screenshot: Golem.de)

Die Vega-C hat ihre erste Nutzlast erfolgreich ins Weltall gebracht. Sieben Satelliten waren an Bord, die in einem rund 6.000 Kilometer hohen Orbit ausgesetzt wurden. Neben sechs Cubesats gehörte dazu der Satellit Lares-2, ein passiver Satellit mit Laserreflektoren für Präzisionsmessungen von relativistischen Effekten des Gravitationsfelds der Erde. Lares-1 startete vor zehn Jahren beim ersten Flug der Vega.

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Der Start der Vega-C erfolgte wegen Problemen mit der Startanlage und einigen Sensorwerten erst zwei Stunden nach der geplanten Zeit von 13:13 Uhr, allerdings auch mit drei Jahren Verspätung - der Erstflug war ursprünglich schon für 2019 vorgesehen.

Bei der ersten Stufe der Vega-C, der P120, handelt es sich um die gleiche Feststoffrakete, die bei der Ariane 6 als Seitenbooster benutzt werden soll. Es ist eine um 50 Prozent verlängerte Variante der alten Raketenstufe der Vega mit 50 Prozent höherem Schub. Durch die Verwendung eines Nebenprodukts der Ariane 6 kostet die Vega-C trotz höherer Nutzlast nicht mehr als die alte Vega, denn die Seitenbooster sollen in viel größeren Stückzahlen und damit auch billiger gebaut werden als die alten P80-Booster der Vega.

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Insgesamt wurden drei der vier Raketenstufen vergrößert, um die rund 50 Prozent höhere Nutzlast zu realisieren. Statt 1,5 t kann die Vega-C 2,3 t in einen 700 km hohen Referenzorbit transportieren. Die zweite Stufe trägt entsprechend ihrer Größe die Bezeichnung Zefiro-40 statt Zefiro-23. Nur die dritte Stufe, die Zefiro-9, blieb gleich. Die hydrazinbetriebene vierte Stufe, die AVUM+, wurde mit einem vergrößerten Treibstofftank ausgestattet, das ukrainische RD-243 Triebwerk blieb hingegen das gleiche. Soweit bekannt, sind wegen der Produktionsunterbrechung durch den Ukrainekrieg nur noch sechs dieser Triebwerke verfügbar.

Nachfolger Vega-E wird noch besser sein

Derzeit wird nach Alternativen zum RD-243 für eine Zwischenlösung nach 2023 gesucht, denn ab 2026 soll mit der Vega-E bereits die nächste Variante zur Verfügung stehen. Dann sollen die Zefiro-9 und die AVUM+ durch eine leichtere und effizientere methanbetriebene Oberstufe mit dem neuen M10-Triebwerk ersetzt werden. Damit soll die Vega-E sogar die doppelte Nutzlast der Vega erreichen.

Das M10 befindet sich aber noch immer in Entwicklung. Ähnlich wie das wasserstoffbetriebene Vinci-Triebwerk soll es im Expanderzyklus betrieben werden, also Gas unter hohem Druck mithilfe der Wärme von der Kühlung der Brennkammer erzeugen, um die Turbinen der Treibstoffpumpen anzutreiben. Es wird das erste Methantriebwerk dieses Typs sein, zumal sowohl Methan als auch Sauerstoff zur Gaserzeugung genutzt werden, statt nur eine der Komponenten.

Zunächst muss die Vega-C aber ihre Zuverlässigkeit beweisen, nachdem es 2019 und 2020 bei den bislang 20 Flügen der Vega zu Zwischenfällen kam, die zum Verlust der Nutzlast führten. Der erfolgreiche Flug eines P120-Boosters zusammen mit der Vega-C ist ein wichtiger Schritt zum ersten Flug der Ariane 6, der nächstes Jahr stattfinden soll.

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