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Vega AS2161 alias DHRUV64: Indien stellt eigenen Doppelkernprozessor vor

Mit eigenen RISC-V -Prozessoren will Indien zum wichtigsten Standort für Halbleiterdesign werden. Konkurrenzfähig sind die CPUs aber nicht.
/ Johannes Hiltscher
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Ein Prozessor-Package mit darauf montierter indischer Flagge. (Bild: Martin Wolf/Golem.de; Montage: Golem.de)
Ein Prozessor-Package mit darauf montierter indischer Flagge. Bild: Martin Wolf/Golem.de; Montage: Golem.de

Die indische Regierung will eine nationale Halbleiterindustrie aufbauen. Deren Kernelement sind selbst entworfene Prozessoren und Systems-on-a-Chip (SoCs). Noch pünktlich vor Jahresende hat das Centre for Development of Advanced Computing (C-DAC) den für 2025 angekündigten 28-nm-Chip vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) (via CNX Software(öffnet im neuen Fenster) ).

DHRUV64 verfügt über zwei mit 1 GHz taktende Kerne und scheint auch bereits gefertigt worden zu sein. Darauf deutet ein unscharfes Bild eines entsprechenden Packages in der Pressemitteilung hin. Die Kerne nutzen die selbst entwickelte Vega-Architektur, ein 64-Bit-RISC-V-Design. Maximal können vier der Kerne(öffnet im neuen Fenster) kohärent zu einem Prozessor verbunden werden.

Viel ist über SoC und Kerne nicht zu erfahren. Gegenüber dem Vorgängerdesign Vega1061 ist die neue Mikroarchitektur allerdings ein deutlicher Schritt nach vorn: Es handelt sich um eine superskalare Out-of-Order-Architektur (g+) , wobei allerdings die Pipeline mit 13 bis 16 Stufen recht lang erscheint. Die bis zu vier Kerne sind über einen gemeinsamen L2-Cache an den Speichercontroller angebunden.

Proof of Concept statt echter Konkurrenz

Ähnlich wie Chinas Loongson-Prozessoren (Test, g+) sind auch die Vega-Modelle keine echte Konkurrenz zu jenen etablierter Hersteller. Ihre Leistung dürfte auf dem Niveau älterer ARM-Kerne wie dem Cortex-A53 liegen.

Sie dienen mehr dazu, Know-how über die komplette Prozessorentwicklung bis hin zum fertigen Chip aufzubauen. Neben dem Wissen soll die heimische Halbleiterindustrie langfristig auch einen größeren Teil der Wertschöpfung mit Elektronik im Land halten.

Zwar verspricht die Pressemitteilung auch geringere Kosten, ob DHRUV64 bei indischen Elektronikherstellern Anklang findet, bleibt aber abzuwarten. Die nächsten beiden Generationen, Dhanush und Dhanush+, sind bereits in Arbeit.

Vollständig ist die indische Wertschöpfungskette aber noch nicht. Der neue Chip dürfte zwar Designed, aber nicht Made in India sein: Die 28-nm-Fab, welche der Mischkonzern Tata zusammen mit Powerchip aus Taiwan baut, wird erst 2026 in Betrieb gehen.

Zuletzt machte das Projekt Schlagzeilen, als eine Kooperationsvereinbarung mit Intel(öffnet im neuen Fenster) unterzeichnet wurde. Diese ist allerdings unkonkret und könnte sich eher auf Packaging oder Platinenfertigung beziehen als auf Halbleiterfertigung.


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