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Vectoring: Telekom soll eine Milliarde Euro Förderung erhalten haben

Vectoring ist nach Informationen des VATM in Deutschland massiv gefördert worden.
/ Achim Sawall
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Netzausbau der Deutschen Telekom (Bild: Deutsche Telekom)
Netzausbau der Deutschen Telekom Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom und andere haben 1,2 Milliarden Euro Förderung ausschließlich für den Vectoringausbau erhalten. Das sagte Frederic Ufer, Leiter Recht & Regulierung beim VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) am 29. September 2020 auf dem Breitbandkongresses des FRK(öffnet im neuen Fenster) in Leipzig. "Rund 80 Prozent davon gingen an die Telekom" , betonte Ufer.

Laut Ufer geht der Wettbewerberverband VATM davon aus, dass die Telekom ein Mehrfaches des Betrages eigenwirtschaftlich in den Vectoringausbau gesteckt hat. Eine Kupferabschaltung durch die Telekom wird daher noch lange nicht kommen. Wenn die Telekom das Kupfer abschaltet, muss sie es vorher ankündigen. Dazu sei die Telekom verpflichtet, hebt Ufer hervor.

Vectoring bringt Glasfaser immerhin bis zum grauen Kasten

Die Telekom will den Ausbau von Vectoring bis zum Jahresende 2020 weitgehend abschließen und sich dann auf Fiber To The Home (FTTH) konzentrieren. Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt bei einfachem Vectoring auf bis zu 100 MBit/s im Download und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s. Mit Super Vectoring sind Datenraten von bis zu 250 MBit/s im Download und ein Upload von bis zu 40 MBit/s erreichbar.

Die von der Bundesnetzagentur am 1. September 2016 getroffene Vectoring-II-Entscheidung räumt der Telekom weitreichende Rechte zum Vectoring-Ausbau aller Kabelverzweiger am Straßenrand in Nahbereichen ein. Ein alternativer Betreiber kann nur dann in einem Nahbereich auf die letzte Meile zugreifen, wenn dieser sich bei der DSL-Erschließung in einem Gebiet bisher flächendeckender als die Telekom engagiert hat.

"Ein Vectoring-Ausbau kann aufgrund des schnelleren Ausbautempos natürlich einen größeren Teil der Bevölkerung erst einmal auf eine etwas höhere Bandbreitenschwelle heben" , sagte sogar der Chef der Deutsche Glasfaser Uwe Nickl im August 2020 . Das könne man nicht abstreiten. Auf der anderen Seite habe dieser Ausbau den Glasfaserausbau massiv verzögert, weil die Telekom seit dem Jahr 2006 ihre Ressourcen, Planungs- und Baukapazitäten auf Vectoring fokussiert habe.


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