Vectoring: Telekom kündigt Zehntausenden VDSL-Kunden

Durch den Vectoring-Ausbau in Niedersachsen durch EWE kündigt die Telekom derzeit wohl rund 30.000 VDSL-Nutzern. Verträge zwischen den beiden sind immer noch nicht geschlossen. Es gebe aber keinen Streit zwischen den Betreibern, betont Ewe.

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Netztechniker der Telekom bei der Arbeit
Netztechniker der Telekom bei der Arbeit (Bild: Deutsche Telekom)

Weil sich Deutsche Telekom und EWE nicht einigen können, sollen rund 30.000 VDSL-Nutzer im Nordwesten Niedersachsens ihre Kündigung erhalten haben. Das berichtet der NDR unter Berufung auf Branchenkreise. Hintergrund ist, dass EWE Tel in dem Gebiet die VDSL2-Vectoring-Technologie ausbaut. Deshalb kündigt die Telekom bisherigen VDSL-50-Nutzern und bietet ihnen 16 MBit/s an.

"Es besteht grundsätzlich keinerlei Streit zwischen Telekom und uns", sagte ein Ewe-Sprecher Golem.de.

Technisch kann nur ein Betreiber im Nahbereich um die Hauptverteiler die Vectoring-Technik einsetzen, andere können dann keine Anschlüsse im betroffenen Nahbereich mehr schalten. Die von der Bundesnetzagentur im September 2016 getroffene Vectoring-II-Entscheidung räumt der Telekom weitreichende Rechte zum Vectoring-Ausbau aller Kabelverzweiger in Nahbereichen ein. Ein alternativer Betreiber darf im Nahbereich auf die "letzte Meile" zugreifen, wenn er sich in einem Gebiet bei der DSL-Erschließung bisher flächendeckender als die Telekom engagiert hat.

Telekom-Pressesprecher George-Stephen McKinney bestätigte NDR nicht die Zahl, jedoch den Vorgang als solchen und sagte: "Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei." Um das Vectoring der EWE nutzen zu können, müsste es einen Vertrag zwischen beiden Anbietern geben, in dem alle Einzelheiten geregelt sind, betonte McKinney. So weit seien die Unternehmen aber noch nicht. Die Telekom betonte bisher, dass es sich um wenige Einzelfälle handele. Der Konzern habe "fast alle Nahbereiche gewonnen".

Große Kooperation zwischen EWE und Telekom

EWE Tel ist eine Tochter des Versorgungsunternehmens EWE mit Sitz in Oldenburg. Der Netzbetreiber ist in Niedersachsen, Bremen, Bremerhaven, Brandenburg, Osnabrück sowie Ostwestfalen-Lippe aktiv. "EWE wird im eigenen Versorgungsgebiet insgesamt 212 Nahbereiche rund um die Hauptverteiler mit der Zusatztechnologie Vectoring ausstatten. Die Ausbaumaßnahmen werden bis Ende 2017 abgeschlossen sein", sagte EWE-Sprecher Mathias Radowski Golem.de im Sommer 2017. EWE werde das Netz in den Nahbereichen "selbstverständlich auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Wir sind sogar dazu verpflichtet, die im Wesentlichen identischen Vorleistungen anzubieten wie die Telekom. Es besteht aus unserer Sicht daher kein Grund für andere Anbieter, die Verträge mit ihren Kunden zu kündigen."

Der Netzbetreiber hatte im Dezember 2017 angekündigt, gemeinsam mit der Telekom das Glasfasernetz auszubauen und über eine Million Privathaushalte direkt anzuschließen. Die Netzbetreiber wollen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen zusammenarbeiten und Glasfaser in den nächsten zehn Jahren vor allem in ländlichen Gebieten ausbauen.

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